12:59 25 Oktober 2020
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    Der Nachfahre des österreichischen Zweigs der Rothschild-Familie, Geoffrey Hoguet, hat nach Angaben der britischen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ eine neue Beschwerde gegen die Stadt Wien eingereicht.

    Im Fokus steht demnach die Anfang des 20. Jahrhunderts gegründete Stiftung von Nathaniel Freiherr von Rothschild, die das bis heute existierende Neurologische Zentrum Rosenhügel errichtet hat.

    Neurologisches Krankenhaus Rosenhügel

    Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich wurde die Stiftung am 19. Dezember 1938 aufgelöst. Das Vermögen – das sogenannte Maria-Theresien-Schlössel und die Nervenheilanstalt Rosenhügel – wurde der Gemeinde Wien zugeteilt. Teile des Grundstücks wurden verkauft.

    In der Nachkriegszeit machte die Stadt die Auflösung der Stiftung rückgängig. Mit ihrer Verwaltung wurde der Magistrat der Stadt Wien beauftragt. 2006 wurde das Neurologische Zentrum Rosenhügel an das Krankenhaus Hietzing angeschlossen.

    Vermögen im Wert von mehr als 110 Millionen Euro

    Der Wert des Stiftungsvermögens werde auf mehr als 110 Millionen Euro geschätzt, schreibt die Zeitung am Freitag. Der Restitutionsanspruch sei also einer der größten, der in Österreich je gemacht worden sei.

    Die Rothschild-Erben warfen den Wiener Behörden laut der „Financial Times“ vor, das Vermächtnis der Familie eliminiert und das Vermögen der Stiftung „still angeeignet“ zu haben.

    „Der Name meiner Familie wurde vertrieben“, zitiert das Blatt Hoguet. „Das ist falsch und muss aufhören.“

    Der Urenkel von Alfons Freiherr von Rothschild klagte im Januar die Stadt Wien an und forderte vor Gericht die Abberufung des Magistrats als Stiftungsverwalter und die Wiedereinsetzung eines unabhängigen Kuratoriums. Laut Hoguet ist die Kontrolle Wiens über die Stiftung illegal, denn deren Charta sehe vor, dass Mitglieder der Rothschild-Familie die Mehrheit der Plätze im Verwaltungsrat haben sollen.

    In dieser Woche eskalierten Hoguet und seine Anwälte der „Financial Times“ zufolge den juristischen Streit, indem sie der Stadt Wien Behinderung vorgeworfen hätten. Sie behaupten, die Behörden hätten ihnen den Zugang zu wichtigen Archivmaterialien verweigert, die aus Hoguets Sicht als Beweise zu seinen Gunsten dienen würden.

    „Was versuchen sie denn zu verheimlichen?“, so Hoguet. „Hoffentlich gibt es dort nichts, worum sie sich Sorgen machen sollen, und wenn es auch so etwas gibt, dann macht es noch mehr Sinn, sie zugänglich zu machen.“

    Er betonte, dass es nicht um einen persönlichen Profit für ihn oder seine Familie gehe, sollte er den Prozess gewinnen. Hoguet hoffe, dass die Stiftung neu formiert werden und wieder eine weltweit führende Stellung unter Zentren für neurologische Behandlung einehmen könnte.

    mo/mt

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