19:14 24 November 2020
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    Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat den mutmaßlichen Anschlag in Wien am Montagabend als „widerwärtigen Terroranschlag“ verurteilt.

    „Unsere Polizei wird entschlossen gegen die Täter dieses widerwärtigen Terroranschlags vorgehen“, schrieb der österreichische Regierungschef im Kurznachrichtendienst Twitter. Das österreichische Bundesheer werde ab sofort den bisher durch die Polizei vorgenommenen Objektschutz in Wien übernehmen, damit sich die Polizei auf die Terrorismusbekämpfung konzentrieren könne.

    „Wir erleben gerade schwere Stunden in unserer Republik. Ich möchte allen Einsatzkräften danken, die insbesondere heute für unsere Sicherheit ihr Leben riskieren“, schrieb Kurz weiter.

    „Das ganze Land ist in Gedanken bei den Opfern, Verletzten und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausdrücke.“

    Kurz dankte auch der EU-Spitze und anderen Staatschefs, die nach dem Anschlag am Montagabend bereits ihr Mitgefühl ausgedrückt hatten.

    ​Das Motiv des Anschlags ist nach den Worten von Kurz weiter offen. Ein antisemitischer Hintergrund könne angesichts des Tatorts nicht ausgeschlossen werden, sagte Kurz mit Blick auf den Ort der ersten Schüsse nahe einer Synagoge. Die Angriffe, bei denen es sich definitiv um einen Terroranschlag handle, seien „sehr professionell“ vorbereitet worden. Die Täter seien auch sehr gut mit Waffen ausgerüstet gewesen.

    „Wir können zu dem Hintergrund noch nicht wirklich etwas sagen.“

    Kurz nannte die Sicherheitslage in der Stadt weiterhin sehr angespannt, Einsatzkräfte suchten auf Hochtouren nach mehreren Tätern. Ein Täter sei ausgeschaltet worden. Kurz sprach von 15 Verletzten. Ein angeschossener Polizist sei mittlerweile außer Lebensgefahr.

    Terror-Angriff in Wien: Auch nach Stunden noch keine Entwarnung

    Bei der Attacke am Montagabend gab es ger Polizei zufolge sechs verschiedene Tatorte. An dem Angriff seien mehrere Täter mit „Langwaffen“ beteiligt gewesen. Die ersten Schüsse seien in der Seitenstettengasse abgegeben worden, einer belebten Straße im Zentrum. Dort befindet sich auch die Synagoge. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, es könne nicht gesagt werden, ob sie eines der Ziele war.

    „Fest steht allerdings, dass sowohl die Synagoge (...) als auch das Bürogebäude an derselben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen waren.“

    Auf Videos, die der Privatsender Oe24 ausstrahlte, war ein maskierter Schütze zu sehen, der auf offener Straße zumindest zwei Schüsse auf einen Mann abfeuerte. Ein anderes Video zeigte eine große Blutlache vor einem Restaurant. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig sagte im ORF, womöglich habe einer der Angreifer einen Sprengstoffgürtel getragen. Bei dem Angriff sei „wahllos auf Personen in den Lokalen“ geschossen worden - vor allem auf Menschen, die draußen saßen.

    Der mutmaßliche Anschlag wurde international von zahlreichen Spitzenpolitikern verurteilt.

    dpa

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    Sebastian Kurz, Tote und Verletzte, Anschlag, Schüsse, Wien, Österreich