12:28 03 Dezember 2020
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    Der promovierte slowakische Sicherheitsexperte František Škvrnda hat gegenüber Sputnik frühere Medienberichte kommentiert, wonach der Angreifer von Wien die Waffen angeblich in der Slowakei gekauft haben soll.

    Laut einer früheren Mitteilung der Polizeidirektion in Bratislava fiel der beim Terrorangriff am Montag erschossene Attentäter zuvor der slowakischen Polizei bei einem versuchten Munitionskauf auf. Die Beamten hätten im Sommer die Information erhalten, dass „verdächtige Personen aus Österreich“ versucht hätten, in der Slowakei Munition zu kaufen. Es sei ihnen aber nicht gelungen, den Kauf zu realisieren.

    Österreichische Medien berichteten, dass der Angreifer die Waffe oder mindestens die Munition für seine tödlichen Schießereien doch in der Slowakei erworben haben soll. Škvrnda betonte aber im Interview, dass es sich bei diesen Behauptungen nur um reine Vermutungen der Journalisten handle.

    „Die illegale Beschaffung von Waffen – darunter auch von Munition – ist in der Slowakei sehr erschwert. In den letzten Jahren sind zusätzliche Maßnahmen getroffen worden, um diese Aufgabe noch weiter zu behindern.“

    Besonders für Kriminelle aus dem Ausland sei es kaum möglich, Waffen im Land zu kaufen.

    Laut dem Experten modernisieren Terroristen ständig ihre Handlungen und verheimlichen die Vorbereitungen. Deswegen sei in keinem Ort der Welt ein Terrorangriff völlig ausgeschlossen. Die Lage könnte durch Migrationsströme sowie durch Folgen der internationalen organisierten Kriminalität erschwert werden. Darüber hinaus unternehmen manchmal „halbverrückte“ Menschen Handlungen, die von den Politikern und Medien oft als Terrorismus bezeichnet werden.

    Škvrnda vertritt weiter die Meinung, dass die Handlungen des Westens im Nahen Osten eine „starke Quelle für den Terrorismus“ seien. Die Kriege sowie die politische und wirtschaftliche Einmischung des Westens in der Region seien „sehr gefährlich“.

    „Solange sinnlose grausame Kriege andauern, die die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in der Region führen, wird es immer wieder Anstöße für einige Menschen geben, um Terrorakte selbständig zu begehen oder sie zu unterstützen, unter anderem auch aus Rache für getötete Verwandte“, so der Experte.

    Attacken in Wien

    Bei einem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag war es am Montag an sechs Orten der österreichischen Hauptstadt zu wahllosen Schießereien gekommen. Die Attacken forderten vier Todesopfer und mehr als ein Dutzend Verletzte.

    Der noch am Montag von der Polizei erschossene mutmaßliche Attentäter war nach Angaben des österreichischen Innenministers Karl Nehammer Sympathisant der Terrormiliz „Islamischer Staat”*. Zusätzlich zur Wohnung des mutmaßlichen Täters habe es 18 Durchsuchungen gegeben.

    *Auch IS/Daesh: Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten

    mo/mt/sna

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    Tags:
    Wien, Anschlag, Österreich, Slowakei