12:00 03 Dezember 2020
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    Einer Gruppe österreichischer Wissenschaftler scheint der erneute Lockdown in Österreich nicht auszureichen, um der Corona-Pandemie Herr zu werden: In einem Rundschreiben sprechen sie sich für eine sofortige Schließung aller Schulen aus – auch der Mindestabstand sollte ihrer Ansicht nach erhöht werden.

    Der Mindestabstand sollte von einem auf zwei Meter angehoben werden, so die Empfehlung der Wissenschaftler. Auch Betriebe sollten sofort herunterfahren, speziell Großraumbüros, und eine „Pflicht zu Home-Office, wo immer möglich“ eingeführt werden. In einer der APA übermittelten Stellungnahme heißt es von dem Mathematiker Peter Markowich, dem Informatiker Georg Gottlob und den beiden Physikern Christoph Nägerl und Erich Gornik – allesamt Träger des Wittgenstein-Preises –  zur Begründung:

    „Der 'Lockdown light' setzt, im Gegensatz zum rigorosen Lockdown im Frühjahr, teils auf die falschen Maßnahmen und ist viel zu locker.“

    Sie sehen daher „nach aller wissenschaftlicher Evidenz Österreich seit Wochen ungebremst in die Katastrophe überlasteter Spitäler fahren, wo Ärzte Triage machen und PatientInnen unbehandelt sterben lassen müssen“. Die Überlastung der Spitäler wiege schwerer, als alle großen Nachteile der Schulschließungen.

    Schulen sind einer der Infektions-Treiber

    Laut den Wissenschaftlern sind Schulen „einer der Treiber von respiratorischen Viren, das ist eine bewiesene Tatsache. Österreichische Studien, die das Gegenteil beweisen wollen, sind methodisch falsch bzw. überholt“. Sie empfehlen daher, alle Schulen sofort zu schließen und Unterricht wo möglich online abzuhalten.

    Die Schulen seien nicht die alleinige Ursache der Explosion der Fallzahlen, aber „ganz sicher ein signifikanter Beitrag“ und „eine der effektivsten Einzelmaßnahmen überhaupt“. Mit jedem Tag eines „weichen“ Lockdowns werde der Schaden für die Wirtschaft und für die Gesellschaft, inklusive der Kinder, größer.

    „Auch wenn alle großen Nachteile der Schulschließungen berücksichtigt werden, wiegt die Katastrophe der Überlastung der Spitäler schwerer. Alle, die jetzt gegen Schulschließung reden, müssen dazusagen, dass sie damit für Triage spätestens ab 18. November sind“, meinen die Wissenschafter.

    Zweiter Lockdown in Österreich

    Ende Oktober kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz einen zweiten Lockdown für November in Österreich an. Kultur- und Freizeiteinrichtungen mussten schließen, mit Ausnahme von Beerdigungen finden keine Veranstaltungen mehr statt. Auch das Hotel- und Gastgewerbe ist geschlossen, nur Takeaway und Lieferung sind erlaubt. Spitzensport findet ohne Publikum statt; Sport ist nur im Freien ohne Körperkontakt erlaubt. Handel, Schulen und auch Dienstleister wie Friseure bleiben zunächst unter Auflagen offen.

    „Es ist notwendig, diesen Schritt zu setzen, um eine Überlastung der Intensivmedizin zu verhindern“, begründete Kurz. Die Infektionszahlen in Österreich steigen seit Wochen fast täglich auf neue Höchstwerte. Am vergangenen Wochenende wurden erstmals mehr als 8000 Corona-Fälle gemeldet.

    mka/gs

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    Tags:
    Mindestabstand, Schulen, Gesundheitswesen, Coronavirus