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    "Nowyje Iswestija": Russen über sinkende Moral besorgt

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    MOSKAU, 25. Mai (RIA Nowosti). 79 Prozent der russischen Bürger meinen, das moralische Bild der russischen Gesellschaft habe sich in den letzten Jahren verschlechtert. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM ergab, könnte nach Auffassung einer Mehrheit nur eine Einmischung der Regierung zur Hebung der Kultur und zur Verbesserung des moralischen Antlitzes der Gesellschaft beitragen, schreibt die Tageszeitung „Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Zum Thema des moralischen Klimas in der Gesellschaft wurden 1600 russische Bürger befragt. Nur sieben Prozent von ihnen stellten positive Veränderungen in diesem Bereich fest.

    Zu den besonders unmoralischen Handlungen zählten die Befragten Rauschgiftabhängigkeit, Alkoholismus und Rauchen (36 Prozent). Auf Platz zwei landete „gegenseitige Gleichgültigkeit" (26 Prozent), gefolgt von Lüge, Heuchelei und Gemeinheit (25 Prozent).

    93 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Umerziehung der Gesellschaft eine Aufgabe von staatlichem Ausmaß ist, deshalb müsse sich die Regierung und nicht das Sozium selbst damit befassen.

    Sergej Iwanenko, Vizevorsitzender der demokratischen Partei Jabloko, ist der Meinung, dass der Staat bei der Verbesserung der öffentlichen Moral bei sich selbst anfangen sollte. „Würden zumindest zwei Dutzend Personen an die Macht kommen, deren Ruf in der Öffentlichkeit unbefleckt ist, dann würden wir von einer Wiedergeburt der moralischen Prinzipien unter den Bürgern sprechen können." Diese Aufgabe lasse sich seiner Ansicht nach nur auf einem Weg lösen: „über faire Parlamentswahlen in den Jahren 2007 und 2011".

    Alexej Ostrowski, Mitglied der Fraktion der Liberaldemokratischen Partei, ist dagegen der Auffassung, dass „die zügellose Demokratie eingeschränkt werden müsste, deren Überfluss zu allen sozialen Gebrechen führt".

    Jelena Kondakowa, Vertreterin der Regierungspartei „Einheitliches Russland", stellt fest: „Das moralische Antlitz der Gesellschaft charakterisiert deren wirtschaftliche Lage." „Deshalb wird man erst dann von einer moralischen Widergeburt sprechen können, wenn die Wirtschaft angehoben wird", so die Abgeordnete.

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