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    "Wedomosti": USA haben bei Demokratie-Propaganda in Russland gegeizt

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    MOSKAU, 03. Juni (RIA Nowosti). Für das Geld, das die Vereinigten Staaten für die Unterstützung und Entwicklung der demokratischen Institute in Russland bereitstellen, lässt sich keine "orange Revolution" organisieren, schreibt die Tageszeitung "Wedomosti" am Freitag.

    Die USA-Regierung gibt für die Demokratie-Propaganda in Russland weniger Geld aus als Coca-Cola oder Procter & Gamble für die Promotion ihrer Waren auf dem russischen Markt. Im Finanzjahr 2005 (ab Oktober 2004) gaben die Amerikaner für die Entwicklung der Demokratie in Russland mit 45,43 Millionen Dollar zwei Millionen weniger aus als 2004. Pro Kopf wären das 30 Cent gegenüber 70 Cent in der Ukraine 2004. Zum Vergleich: Der Werbeetat von Procter & Gamble in Russland beträgt 70 bis 80 Millionen und von L'Oreal 35 Millionen Dollar.

    Wie der offizielle Sprecher des USA-Außenamtes, Richard Boucher, mitteilte, würden für das Programm der "Dominanz des Gesetzes" im Jahre 2005 mehr als elf Millionen Dollar ausgegeben. Dazu gehört die Unterstützung der nichtstaatlichen Bürgerrechtlerorganisationen sowie die Ausbildung von Staatsanwälten und Ermittlungsbeamten, u. a. für den Kampf gegen die transnationale Kriminalität.

    Das restliche Geld wird für die Unterstützung der unabhängigen Medien, der Institute der Zivilgesellschaft (ökologische, religiöse, Frauenorganisationen usw.) sowie für die Ausbildung junger Politiker und den Studentenaustausch verwendet. Die Jugendorganisationen, die auf der Straße gegen die ihrer Ansicht nach antidemokratische Politik der Behörden demonstrieren, bestreiten allerdings jede amerikanische Hilfe. "Wir haben diese niemals bekommen, haben nicht vor, sie zu bekommen und rechnen nur mit russischen Sponsoren", erklärte Iwan Bolschakow, Chef der Moskauer Abteilung der Jugendbewegung der Jabloko-Partei.

    "Es gelingt nicht, dieses Geld bei uns effektiv für revolutionäre Zwecke zu verwenden, weil in der Gesellschaft die Abneigung zur jetzigen Macht nicht gleichermaßen stark ist", stellt Fjodor Lukjanow, Redakteur der Zeitschrift "Russland in der globalen Politik", fest. "Wir würden uns über eine gut gemeinte Förderung der Demokratie in Russland sehr freuen, leider geschieht das aber nicht. Das von außen bezahlte Demokratie-Geschwafel erschwert lediglich die reale demokratische Bewegung in Russland", meint Michail Rogoschnikow, Vizedirektor des Instituts für Gesellschaftsprojekte.

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