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    Ethnische Gruppen in Estland haben unterschiedliche Ausgangspositionen

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    MOSKAU, 06. Juni (RIA Nowosti). Vertreter der estnischen und der russischen Gemeinschaft Estlands haben zugegeben, dass diverse ethnische Gruppen in dieser baltischen Republik unterschiedliche Ausgangspositionen haben. Das geht aus einer Studie hervor, die im Rahmen des Programms „Integration in der estnischen Gesellschaft in den Jahren 2000/2007" erstellt wurde. Die Studie wurde am Montag vom Integrationsamt Estlands (IS) vorgelegt.

    73 Prozent der Esten und 87 Prozent der Russen sind der Ansicht, dass die Esten (in Estland) einen höheren Status als die Russen haben. Somit gehen die Einwohner der Republik davon aus, dass Estland ein Staat ist, in dem die Esten die Titularnation sind und die Russen kraft ihrer Nationalität eine schwächere Ausgangsposition haben. Nur 19 Prozent der Esten und 12 Prozent der Russen glauben daran, dass die beiden Nationalitäten gleiche Positionen haben.

    Aus der Studie geht ferner hervor, das sich die Esten, vor allem die jüngere Generation, immer mehr von den Russen distanzieren.

    Der Anteil der Esten, die die mangelnden Kenntnisse des Estnischen durch Russen wie auch deren Benehmen und Lebensweise ablehnen, nahm in den letzten Jahren den Angaben zufolge zu. 80 Prozent der Befragten äußerten sich negativ gegenüber Russen, die die estnische Sprache nicht beherrschen. 2002 lag ihr Anteil bei 75 Prozent. Das andere Verhalten und die andere Lebensweise (der Russen) bemängeln 59 Prozent der Befragten (unter den Jugendlichen unter 29 Jahren lag dieser Anteil bei 62 Prozent). 2002 betrug ihr Anteil 46 Prozent. 78 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich die Lebens- und Denkweise der Russen von der der Esten unterscheidet (2002 lag dieser Anteil bei 60 Prozent).

    Der Anteil derjenigen unter den Esten über 30 Jahren, die nicht in einem Kollektiv arbeiten würden, wo Russen dominieren, nahm in dem Berichtszeitraum ab - von 44 Prozent im Jahr 2002 auf 37 Prozent im Jahr 2005. Aber der Anteil solcher Menschen unter den Esten unter 29 Jahren nahm in der selben Zeit von 45 auf 48 Prozent zu.

    Die Studie wurde im Auftrag des Integrationsamtes IS vom Institut für internationale und soziologische Studien der Universität von Tallinn durchgeführt. Befragt wurden 1000 Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren wie auch zusätzlich 200 ethnische Russen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren.

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