20:23 26 September 2017
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    Patriarch Alexis II.: Zusammenarbeit mit der Römisch-katholischen Kirche muss Proselytismus ausschließen

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    MOSKAU, 07. Juni (RIA Nowosti). Die Zusammenarbeit der Russisch-orthodoxen mit der Römisch-katholischen Kirche muss Proselytismus ausschließen. Das erklärte Patriarch Alexis II. bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses Italiens, Pier Ferdinando Casini, am Dienstag im St.-Daniel-Kloster in Moskau.

    „Die Zusammenarbeit mit der Römisch-katholischen Kirche muss unter Ausschluss jener Formen des Proselytismus (die Verbreitung des Vatikanischen Einflusses auf das nach Meinung des Moskauer Patriarchats kanonische Territorium der Russisch-orthodoxen Kirche) ablaufen, die in letzter Zeit praktiziert wurden", betonte Alexis II..

    Das Oberhaupt der Russisch-orthodoxen Kirche bemerkte ferner, dass die Christen unter den Bedingungen der Globalisierung „den negativen Herausforderungen der Welt - der Gewalt, dem Egoismus und dem moralischen Relativismus - gemeinsam entgegenwirken müssen".

    „Wir hoffen, dass wir all dem Negativen, was in unserem Leben vorkommt, gemeinsam entgegenwirken werden", sagte Alexis II. Er bemerkte ferner, dass die Russisch-orthodoxe Kirche große Hoffnungen an den neuen Papst Benedikt XVI. knüpft.

    Der Patriarch äußerte die Zuversicht, dass die Globalisierungsprozesse in der modernen Welt zum Verlust der Eigenart und zur Vereinheitlichung der Kulturen führen können, „wenn der religiösen Zugehörigkeit des Menschen in der Architektur der Zukunft kein würdiger Platz zugeteilt wird".

    Nach Ansicht des Patriarchen kann ein Mensch, der seinen geistigen Traditionen treu bleibt, seine Stelle in der Welt selbständig bestimmen, während Menschen, die ihren Traditionen entrissen sind, sich selbst unter den Bedingungen der Globalisierung verlieren werden.

    „Eben deshalb bemühen wir uns hartnäckig darum, die Grundlagen der orthodoxen Kultur in (die Schulprogramme) in Russland einzuführen, denn sie zeigen unsere Wurzeln und Traditionen", sagte Alexis II. Ihm zufolge zeichnet sich in Europa bereits die Tendenz ab, „die geistigen Wurzeln, aus denen die europäische Zivilisation gewachsen ist, mit Schweigen zu umgehen".

    „Die ad absurdum geführte Toleranz hat manchmal zur Folge, dass ein gläubiger Christ nicht öffentlich sagen kann, was er als Sünde und was als Tugend betrachtet", fügte der Patriarch hinzu.

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