Radio
    Panorama

    Politologe: Neuer russischer Fernsehkanal wird internationales Informationsfeld gut ergänzen

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 510
    BERLIN, 7. Juni (RIA Nowosti). Der englischsprachige Fernsehkanal Russia Today, der von der Nachrichtenagentur RIA Nowosti gegründet wird, werde das internationale Informationsfeld gut ergänzen, falls der Kanal unabhängig bleibe. Diese Ansicht vertrat der bekannte deutsche Politologe Alexander Rahr am Dienstag in Berlin.

    Dafür müsse dieser Kanal tatsächlich unabhängig und nicht den alten sowjetischen Kanälen mit nackter Propaganda ähnlich sein. Dass das Projekt auch von der Regierung Russlands mitfinanziert wird, ruft bei dem Politologen keine Bedenken hervor. Mehrere Fernseh- und Rundfunksender im Westen, so BBC oder die Deutsche Welle, würden vom Staat unterstützt. Wichtig sei, dass der Staat die Politik der Redaktion nicht beeinflusse.

    Als positiv bezeichnet Rahr den Umstand, dass Russia Today einen eigenen Gesellschaftsrat haben wird, dem 15 bekannte russische und ausländische Vertreter der Öffentlichkeit angehören werden. Das sei eine Gewähr für die Unvoreingenommenheit des Fernsehkanals, sagte Rahr.

    Bei der Präsentation des Projektes sagten seine Leiter, dass Russia Today eine Art „russische BBS" sein wird. Der Kanal werde den russischen Blick auf die Welt vermitteln. „Wir werden das professionelle Format nicht ändern, das von solchen Fernsehkanälen wie BBC, CNN und Euronews geschaffen und vervollkommnet wurde. Wir möchten die Meinung Russlands über die übrige Welt zum Ausdruck bringen, damit auch Russland selbst besser zu erkennen ist", sagte die Projektleiterin, Margarita Simonjan.

    Das Projekt wurde am Dienstag in der Moskauer Zentrale von RIA Nowosti präsentiert. Die ersten Sendungen, die rund um die Uhr ausgestrahlt werden sollen, sind für das Jahresende geplant. „Russia Today wird eine unabhängige selbstständige Gesellschaft sein", sagte Chef der Föderalen Agentur für Presse und Kommunikationen Michail Seslawinski.

    Zur Finanzierung der Tätigkeit des neuen Kanals will die Regierung dem Parlament Änderungen zum föderalen Haushalt für 2005 vorschlagen. Der Kanal soll über die Föderale Agentur für Presse und Kommunikationen wie auch mit nicht rückzahlbaren Leistungen und aus der Werbung finanziert werden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren