05:27 18 Oktober 2017
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    Experten sprechen von drei bis acht Millionen Rauschgiftsüchtigen in Russland

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    MOSKAU‚ 15. Juni (RIA Nowosti). In Russland gibt es laut Expertenschätzungen drei bis acht Millionen Rauschgiftsüchtige. Das teilte der Chef des Amtes für interinstitutionelles Zusammenwirken im Bereich der Prophylaxe des Föderalen Dienstes für Drogenkontrolle, Boris Zelinski, am Mittwoch mit.

    „Das ist eine sehr hohe Zahl, und sie wächst wie ein Schneeball weiter. Rauschgiftsucht ist sozial ansteckend", stellte Zelinski fest.

    Wie der Experte unter Berufung auf ein Soziologenteam des Ministeriums für Bildungswesen informierte, werden in Russland Rauschgiftmittel regelmäßig von 5,990 Millionen Personen, zumeist Jugendlichen, konsumiert.

    Laut offiziellen statistischen Angaben wurden nur 500 000 Drogensüchtige registriert, die sich freiwillig bei einer medizinischen Einrichtung gemeldet hatten.

    „Die 500 000 bilden nur die Spitze des Eisberges", sagte Zelinski.

    Er teilte ferner mit, dass die russische Regierung das vierte, diesmal für fünf Jahre ausgelegte, staatliche Programm zur Bekämpfung der Drogensucht aufgestellt hat.

    „Wir haben etwa eineinhalb Jahre an dem Programm gearbeitet. Die Kosten dafür werden auf etwas mehr als 1,5 Milliarden Rubel (ein US-Dollar entspricht 28,57 Rubel) veranschlagt. Aber wir können für diese bescheidenen Mittel viel leisten", versicherte Zelinski.

    Ihm zufolge wird in dem neuen Programm, im Unterschied zu den drei vorangegangenen, die jeweils auf drei Jahre befristet waren, erstmals das Schwergewicht auf die Prophylaxe gelegt.

    „Es wird eine umfassende Agitationskampagne entfaltet, in deren Rahmen Videospots, Dokumentar- und Spielfilme sowie thematische Computerspiele hergestellt werden. Darüber hinaus wird ein Internet-Portal geschaffen, das nicht nur der Propagierung, sondern auch der fachlichen Beratung dienen soll", so Zelinski.

    Laut dem Experten werden in dem staatlichen Programm die Bemühungen von 16 Ministerien und anderen Behörden sowie staatliche Finanzströme wie auch Privatmittel zusammengefasst. Mehrere Kulturschaffende und Künstler haben sich schon bereit erklärt, das neue Programm durch spezielle Aktionen und Vorstellungen zu unterstützen, die eine moralische Barriere gegen die Verbreitung von Rauschgift schaffen sollen.