11:51 16 Januar 2017
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    Für Russlands Bürger ist der Tag des Überfalls des faschistischen Deutschlands auf die UdSSR denkwürdig

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    MOSKAU, 17. Juni (RIA Nowosti). Den 22. Juni, an dem Hitler-Deutschland im Jahre 1941 die UdSSR überfiel, halten 79 Prozent der russischen Landesbevölkerung für einen denkwürdigen, für sich persönlich wichtigen Tag. Nur 16 Prozent sind anderer Meinung. Diese Angaben verbreitete das Meinungsforschungsinstitut Öffentliche Meinung im Ergebnis einer Befragung.

    Im vergangenen Jahr bezeichneten 74 Prozent der Befragten diesen Tag als für sie bedeutsam.

    Die Meinungsumfrage ergab außerdem, dass die überwiegende Mehrheit der Russen vom Nichtangriffspakt zwischen der UdSSR und Deutschland, der als Molotow-Ribbentrop-Pakt bekannt geworden ist, Kenntnis hat (52 Prozent). Von ihm gehört haben (27 Prozent). 14 Prozent der Befragten räumten ein, dass sie von ihm zum ersten Mal hören.

    Die Meinungen teilten sich bei der Frage, ob der Vertrag mit Deutschland im Jahre 1939 hätte unterschrieben werden sollen oder nicht: Während 30 Prozent der Befragten die Frage bejahten, äußerten 28 Prozent eine gegenteilige Auffassung. 42 Prozent konnten dazu keine konkrete Antwort geben. Das verbreitetste Argument zugunsten des Vertrages lautete, er habe die Chance gegeben, den Krieg hinauszuzögern. Meinungen über die strategische Zweckmäßigkeit der Verlegung der sowjetischen Grenzen nach Westen und über die historische Berechtigung der Gebietsaneignungen (Baltikum, Westukraine und Weißrussland) waren weitaus weniger zu hören.

    Dass der Vertrag nicht hätte abgeschlossen werden dürfen, wurde vielfältiger begründet. Ungefähr ein Drittel der Befürworter dieses Standpunktes, und zwar 8 Prozent aller Befragten, verurteilten die territoriale Expansion der UdSSR, die dank des Paktes möglich wurde. Genau so viele Respondenten betonten den Aspekt, dass keinerlei Verträge den Krieg hätten abwenden können und die aggressiven Absichten Hitlers schon offensichtlich waren. Und schließlich behauptet ein Teil der Befragten, der Pakt hätte die UdSSR von den Kriegsvorbereitungen abgehalten, denn er habe den Gegner in die Lage versetzt, die Landesführung hinters Licht zu führen.

    An der Meinungsumfrage der Stiftung Öffentliche Meinung, welche in der Zeit vom 11. - 12. Juni nach dem Prinzip der Befragung am Wohnort stattfand, beteiligten sich 1.500 Personen in 100 Ortschaften aus 44 Regionen Russlands. Zusätzlich wurden 600 Moskauer befragt. Der statistische Fehler liegt nicht über 3,6 Prozent.

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