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    Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Russlands ist für eine Zensur im Fernsehen

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    MOSKAU, 17. Juni (RIA Nowosti). Die meisten Landesbewohner, und zwar 82 Prozent, halten eine soziale Zensur im Fernsehen für erforderlich. Davon zeugen die Ergebnisse einer Meinungsumfrage, die das Gesamtrussische Zentrum für das Studium der öffentlichen Meinung (WZIOM) durchgeführt hat.

    Die Soziologen vermerken, dass die Zahl der Befürworter der Zensur im Fernsehen während des letzten Jahres erheblich zunahm. Sie stieg von 63 Prozent auf 82 Prozent. Der Anteil der bedingungslosen Anhänger stieg von 35 Prozent auf 47 Prozent. Gleichzeitig verringerte sich die Anzahl der Gegner einer Zensur von 29 Prozent auf 16 Prozent.

    Die Landesbewohner zeigen sich überzeugt, dass Zensur im Fernsehen sein muss, vor allem, um die Übertragung von Sex und Gewalt zu unterbinden. So plädieren 57 Prozent der Befragten gegen die Ausstrahlung von ziemlich freizügigen Szenen sexuellen Charakters. 49 Prozent wenden sich gegen Brutalität und Gewalt in den Fernsehsendungen.

    30 Prozent der Respondenten stellen fest, dass die Reklame für Waren und Leistungen zweifelhafter Art eingeschränkt werden müsse. 24 Prozent wollen Produktionen intimen Charakters aus dem Verkehr ziehen. Gegen Filme, die kriminelle Lebensweise verherrlichen, sprechen sich 24 Prozent aus.

    Jeder siebente Russe hält es für unzulässig, dass im Fernsehen grobe Flüche und Schimpfwörter Eingang finden. Es wird die Amoralität so manch einer Talk-Show bemängelt.

    Viel weniger beunruhigen die Menschen abgeschmackte Unterhaltungssendungen, das Breitwalzen der Einzelheiten bei Katastrophen und Terroranschlägen wie auch die Berichterstattung über das persönliche Leben von Personen ohne deren Zustimmung (4-8 Prozent).

    Extrem selten verweisen die Respondenten auf die Notwendigkeit einer Zensur bei Kindersendungen, Bildungsprogrammen (2 Prozent) und politischen Sujets (1 Prozent).

    Bemerkenswert ist, dass Frauen viel häufiger als Männer fordern, Szenen sexuellen Charakters (63 beziehungsweise 49 Prozent) bzw. Gewalt und Brutalität (52 beziehungsweise 47 Prozent) einer Zensur zu unterwerfen. Dabei steigt der Grad der Intoleranz gegenüber derartigen Szenen mit wachsendem Alter bedeutend an. In Bezug auf Sex sprechen sich junge Leute im Alter von 18 bis 24 Jahren zu 41 Prozent negativ aus, während der Anteil derjenigen in der Altersgruppe über 60 Jahre bis zu 70 Prozent ansteigt. Bezüglich Gewaltszenen auf dem Bildschirm belaufen sich die analogen Zahlen auf 45 beziehungsweise 55 Prozent.

    Die Repräsentativumfrage führte WZIOM im Zeitraum 4.-5. Juni 2005 durch. Befragt wurden 1561 Personen in 153 Ortschaften aus 46 Regionen Russlands. Der statistische Fehler liegt nicht über 3,4 Prozent.

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