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    In Russland kann man sich in den Medien frei äußern, auch wenn es der Macht nicht gefällt

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    MOSKAU, 17. Juni (RIA Nowosti). Die meisten Respondenten, und zwar 40 Prozent, sind überzeugt, dass man sich in den russischen Massenmedien offen äußern kann, selbst wenn der Standpunkt der Obrigkeit nicht gefällt. Weitere 36 Prozent meinen, dass so etwas möglich sei, doch dass davon bei weitem nicht immer Gebrauch gemacht werden kann. Davon zeugen die Ergebnisse einer Meinungsumfrage, die das Gesamtrussische Zentrum für das Studium der öffentlichen Meinung (WZIOM) durchgeführt hat.

    Nur 17 Prozent der Russen vertreten die Ansicht, dass die führenden Massenmedien des Landes vollständig unter der Kontrolle der Behörden stehen.

    Fast zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass die Oppositionsparteien ihren Standpunkt in den zentralen Fernsehsendern (63 Prozent) und in der zentralen Presse (64 Prozent) uneingeschränkt zum Ausdruck bringen können. Gleichzeitig ist jeder Vierte davon überzeugt, dass das nicht möglich ist. Interessant ist, dass Anhänger der Partei Einheitliches Russland häufiger als andere die Meinungsfreiheit der Oppositionsparteien gewahrt sehen (69 in den zentralen Fernsehsendern beziehungsweise 70 Prozent in der zentralen Presse). Weniger als andere sehen die Bürger die Redefreiheit für die Opposition unbeschnitten, die bei Wahlen „gegen alle" stimmen (53 beziehungsweise 58 Prozent).

    Jeder zweite Respondent (51 Prozent) setzt sich für eine Erweiterung der Möglichkeiten der Opposition ein, ihre Ansichten in den überregionalen Fernsehsendern zu äußern, darunter 26 Prozent, die für spezielle Sendezeiten plädieren, während 25 Prozent die Oppositionsführer in den schon bestehenden Sendungen sehen wollen. Doch 35 Prozent der Bevölkerung glauben, dass keinerlei besondere Schritte erforderlich sind, da die Opposition ohnehin ausreichend im Fernsehen präsent ist.

    Die Repräsentativumfrage führte WZIOM im Zeitraum 4.-5. Juni 2005 durch. Es wurden 1.561 Personen aus 153 Ortschaften in 46 Regionen Russlands befragt. Der statistische Fehler liegt nicht über 3,4 Prozent.

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