05:33 18 Oktober 2017
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    "Wedomosti": Integrationsidee in Russland unpopulär

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    MOSKAU, 21. Juni (RIA Nowosti). Die Russen wollen sich mit niemandem vereinigen: Sie fühlen sich nicht vom Einheitlichen Wirtschaftsraum und nicht einmal vom geeinten Europa angezogen. Das schreibt die Wirtschaftszeitung „Wedomosti" am Dienstag unter Berufung auf die soziologische Studie „Eurasischer Monitor".

    Wie die Experten feststellten, dominieren in Russland die Isolationisten: Auf die Frage „Wo möchten Sie leben?" antworteten 30 Prozent „im eigenen Land, ohne Beitritt zu Bündnissen mit anderen Ländern". Drei Prozent weniger träumen vom Leben in „einer wiedervereinigten UdSSR".

    In drei weiteren Ländern, in denen ebenfalls diese Studie vorgenommen wurde (Weißrussland, Kasachstan und Ukraine) wären die Bürger nicht abgeneigt, in irgendein Bündnis integriert zu werden. In Weißrussland gaben 24 Prozent an, sie würden gern im Rahmen des Einheitlichen Wirtschaftsraums (Russland, Weißrussland, Kasachstan und Ukraine) leben, 22 Prozent wählten das „geeinte Europa" und nur 21 Prozent ihr eigenes Land. 27 Prozent der Befragten in Kasachstan wählten den Einheitlichen Wirtschaftsraum und 25 Prozent ihr eigenes Land. Den höchsten Anteil der Integrationsbefürworter gab es in der Ukraine, deren Einwohner das Geeinte Europa (30 Prozent) oder den Einheitlichen Wirtschaftsraum (26 Prozent) wählen würden.

    Valeri Fjodorow, Generaldirektor des Allrussischen Zentrums für das Studium der öffentlichen Meinung (WZIOM), führte diese Angaben darauf zurück, dass „Russland das einzige, auf niemanden angewiesene Land" ist, während die drei anderen Teilnehmer des Einheitlichen Wirtschaftsraums „so oder anders nach Wegen zur Integration suchen müssen". Außerdem hören die Russen bereits seit zehn Jahren von Integrationsprozessen, die sich aber kaum auf das Leben der einfachen Bürger auswirken", sagte Fjodorow.

    Im Rahmen des Projekts „Eurasischer Monitor" war die Einstellung der Befragten zu diversen zwischenstaatlichen Vereinigungen in Russland (1600 Personen) vom Meinungsforschungsinstitut WZIOM, in Weißrussland vom Soziologischen Labor „Nowak" (1100 Personen), in der Ukraine vom Donzker Informationsanalytischen Zentrum (2100 Personen) und in Kasachstan vom Institut für komparative soziale Studien „ZESSI-Kasachstan" untersucht worden.