00:06 20 Oktober 2017
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    Referendum zur Verhinderung der Erdölförderung am Schelf von Kamtschatka für den 23. Oktober angesetzt

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    PETROPAWLOWSK-KAMTSCHATSKI, 21. Juni (RIA Nowosti). Der Rat der Volksabgeordneten des Gebiets Kamtschatka (Ferner Osten Russlands) traf auf seiner Sondertagung am Dienstag die Entscheidung, das Referendum zur Verhinderung der Erdölförderung am Schelf von Westkamtschatka für den 23. Oktober anzusetzen. Das teilte Marat Gagijew, stellvertretender Vorsitzender des Rates, der RIA Nowosti mit.

    Die Abgeordneten trafen eine solche Entscheidung, ungeachtet eines Protestes seitens des Staatsanwalts des Gebiets, nach dessen Meinung sich die Gesetzgeber von Kamtschatka mit dem Referendum zur Verhinderung der Erdölförderung am Schelf von Westkamtschatka in die Zuständigkeit der föderalen Machtorgane einmischen.

    Die Abgeordneten lehnten den Protest der Staatsanwaltschaft ab, weil die Einreichfrist nicht eingehalten wurde. Der Protest ging beim Rat erst am Montag ein.

    „Niemand kann uns verbieten, die Bedingungen für das Volk zu schaffen, damit es seine Meinung zum Ausdruck bringen kann. Der höchste Machtträger ist das Volk, und es hat das Recht auf Willensäußerung", sagte Gagijew.

    Eine Initiativgruppe für die Durchführung des Referendums sammelte zu seiner Unterstützung mehr als 6000 Unterschriften, deren Echtheit durch die Gebietswahlkommission schon überprüft wurde.

    Die Ökologen meinen, dass bei einer Ausbeutung der Erdölvorkommen am Schelf die reale Gefahr der Zerstörung des Ökosystems des Ochotskischen Meeres bestehe.

    Wie Robert Moissejew, Direktor des Kamtschatka-Instituts für Ökologie und Naturnutzung der Fernöstlichen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften, sagte, blieben in der Welt höchstens fünf solcher Gebiete (und in Russland nur ein einziges), die nach der Produktivität der Reproduktion von maritimen Bioressourcen mit dem Ochotskischen Meer vergleichbar sind. Die Zerstörung des Ökosystems des Meeres wird sich auf die Wirtschaft der fernöstlichen Regionen sehr negativ unweigerlich auswirken.

    Vor Beginn der Erdölförderung sei eine komplexe ökologisch-ökonomische Bewertung der möglichen Folgen notwendig, meint der Wissenschaftler. Er hob hervor, dass weder die Öffentlichkeit noch die Ökologen von Kamtschatka zur Erörterung dieser Frage herangezogen wurden.

    Die Lizenzen für die Erschließung des Weninski-Blocks (Sachalin-3-Projekt) und eines Abschnitts am Schelf von Westkamtschatka besitzt der Erdölkonzern Rosneft.

    Die Ressourcen des Schelfs werden vorläufig auf 900 Millionen Tonnen Brennstoffeinheiten prognostiziert.

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