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    Die Russische Kirche im Ausland - ein sich selbst verwaltender Teil des Moskauer Patriarchats

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    MOSKAU, 22. Juni (RIA Nowosti). Die Russische Kirche im Ausland wird zu einem sich selbst verwaltenden Teil des Moskauer Patriarchats gleich der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche werden.

    Dies ist im Entwurf des „Aktes über kanonische Kontakte" vorgesehen, der unter den Dokumenten der Kommissionen zum Dialog zwischen dem Moskauer Patriarchat und der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) über die Wiederherstellung der kirchlichen Einheit am Dienstag auf den offiziellen Web-Seiten des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats und der ROKA gleichzeitig veröffentlicht wurde.

    „Diese Dokumente betreffen die Schlüsselfragen, die nach Meinung der Russischen Kirche im Ausland die Haupthindernisse für die Wiederherstellung der Vollwertigkeit der Kontakte waren", teilte Erzpriester Nikolai Balaschow, Sekretär für zwischenorthodoxe Beziehungen des Moskauer Patriarchats, der RIA Nowosti mit.

    Es gehe um die Beziehungen zwischen Kirche und Staat, um die Einstellung der Orthodoxen Kirche zu anderen Religionen und zwischenkonfessionellen Organisationen sowie um den Charakter der Beziehungen zwischen der ROKA und dem Moskauer Patriarchat als nicht wegzudenkender, sich selbst verwaltender Bestandteil der Russisch-Orthodoxen Kirche.

    Balaschow zufolge werde die ROKA im Übereinstimmung mit dem Entwurf des „Aktes über kanonische Kontakte" die organisatorische Selbständigkeit behalten, aber zugleich dem Moskauer Patriarchat angehören. Als Beispiel führte er die Ukrainische, die Lettische, die Moldauische und die Estnische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats an.

    Gemäß dem Entwurf ist die Russische Kirche im Ausland in seelsorgerischen, Aufklärungs-, Verwaltungs-, Wirtschafts-, Vermögens- und Zivilfragen selbständig. Die Oberste Gewalt im Rahmen der Russischen Kirche im Ausland übt ihr Bischofskonzil aus, das von ihrem Ersthierarchen einberufen wird. Entscheidungen, die über die Zuständigkeit des ROKA-Bischofskonzils hinaus gehen, werden in Vereinbarung mit dem Patriarchen von Moskau und ganz Russland und dem Heiligen Synod der Russisch-Orthodoxen Kirche getroffen. Die übergeordnete Instanz sind das Landes- und das Bischofskonzil.

    Im Entwurf wird betont, dass die ROKA-Bischöfe Mitglieder des Landes- und des Bischofskonzils der Russisch-Orthodoxen Kirche sind und an den Sitzungen des Heiligen Synods teilnehmen. Außerdem bekommt die Russische Kirche im Ausland vom Patriarchen von Moskau und ganz Russland den heiligen Chrisam.

    Die veröffentlichten Materialien enthalten auch eine Übersicht der Arbeiten, die von den Kommissionen noch nicht abgeschlossen wurden.

    Die Kommissionen zum Dialog zwischen dem Moskauer Patriarchat und der Russischen Kirche im Ausland wurden im Dezember 2003 gebildet. Im Zuge des Russland-Besuches des ROKA-Ersthierarchen, Metropolit Lawr, im Mai 2004 wurde eine Entscheidung über die Aufnahme der gemeinsamen Arbeit der Kommissionen getroffen und der Problemkreis festgelegt, der besprochen werden muss. Seit jener Zeit fanden vier gemeinsame Sitzungen (die jüngste im März in der Umgebung von Paris) statt.

    „Wir hoffen, dass die Arbeit der Kommissionen zum Ausländischen Konzil abgeschlossen wird, das im kommenden Mai stattfinden soll", sagte Balaschow abschließend.

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