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    Schweizer Gericht verlängerte Untersuchungshaft für russischen Ex-Atomminister

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    GENF, 24. Juni (RIA Nowosti). Das Schweizer Bundesgericht in Lausanne verlängerte am Freitag die Untersuchungshaft für den früheren russischen Atomminister Jewgeni Adamow.

    Der Gerichtsbeschluss bedeutet, dass Jewgeni Adamow solange in Untersuchungshaft bleibt, bis das Bundesgericht in Lausanne den Einspruch des Bundesamtes für Justiz gegen den Beschluss über die Rechtswidrigkeit der Inhaftierung behandelt hat.

    Die Entscheidung über die Unrechtmäßigkeit der Inhaftierung Adamows auf Antrag der USA in Bern ist am 9. Juni vom Bundesstrafgericht der Schweiz in der Stadt Bellinzona gefällt worden. Das Gericht ordnete die Freilassung des Ex-Ministers aus der Haft an.

    Das Schweizer Bundesamt für Justiz beantragte indes umgehend beim Bundesgericht in Lausanne eine Aussetzung von Adamows Haftentlassung, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, bis es gegen den Gerichtsbeschluss von Bellinzona Einspruch eingelegt hat. Das Gericht kam der Bitte am selben Tag, dem 9. Juni, nach.

    Das Bundesamt für Justiz reichte die Beschwerde gegen die Gerichtsentscheidung über die Unrechtmäßigkeit der Festnahme von Jewgeni Adamow am 17. Juni ein. Dem Bundesgericht sind keinerlei zeitliche Begrenzungen für die Behandlung des Falles auferlegt. Der Spruch des Bundesgerichts in Lausanne, der höchsten Schweizer Gerichtsinstanz, ist definitiv und kann nicht angefochten werden.

    Jewgeni Adamow, der in den Jahren 1998 - 2001 an der Spitze des russischen Atomministeriums stand, war am 2. Mai 2005 auf Antrag des Justizministeriums der USA in Bern verhaftet worden. Die USA haben die Auslieferung bisher nicht formal beantragt, können die Unterlagen jedoch bis zum 30. Juni des Jahres nachreichen.

    Die amerikanischen Behörden beschuldigen Jewgeni Adamow und seinen amerikanischen Geschäftspartner Mark Kaushansky der Unterschlagung von 9 Millionen US-Dollar, die die USA-Regierung für die Sicherheit von Nuklearanlagen in Russland zur Verfügung gestellt hatte.

    In den USA droht Jewgeni Adamow eine Freiheitsstrafe von 60 Jahren und eine Geldbuße von 1,75 Millionen US-Dollar.

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