00:20 25 Januar 2017
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    Annan: UNO zur Hilfe für Kirgisien bei Lösung des Flüchtlingsproblems bereit

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    BISCHKEK, 27. Juni (RIA Nowosti). UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat seine Bereitschaft bekundet, die Regierung Kirgisiens bei der Lösung des Problems der Flüchtlinge aus Usbekistan zu unterstützen, die auf dem Territorium Kirgisiens nach Zuflucht suchen.

    Wie RIA Nowosti am Montag im Pressedienst des kirgisischen Staatschefs erfuhr, fand am Sonnabend ein Telefongespräch Kofi Annans mit dem amtierenden Präsidenten Kirgisiens und Regierungschef Kurmanbek Bakijew statt.

    Dabei erklärte Annan, er sei sich "der Kompliziertheit der Situation" bewusst, und versicherte, dass die UNO die Bemühungen der jetzigen Landesführung um die Erhaltung von Frieden und Stabilität in der Republik und bei der weiteren Entwicklung der Zusammenarbeit mit der UNO unterstützt.

    "Die zwischen beiden Staaten seit Jahrhunderten bestehenden Kontakte sowie die engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen sollten bei der Lösung des entstandenen Problems berücksichtigt werden", sagte er.

    Bakijew dankte Annan für die ständige Aufmerksamkeit für Kirgisien und betonte, dass er die Zusammenarbeit mit der UNO als eine der Prioritäten der Außenpolitik des Landes betrachte.

    Zuvor hatte sich Usbekistan an Kirgisiens Behörden mit der Forderung gewandt, die Flüchtlinge auszuliefern, die nach den Ereignissen in Andischan in die Nachbarrepublik geflüchtet waren. Die usbekischen Behörden legten Kirgisien Informationen vor, denen zufolge sich unter den Flüchtlingen auch die Unruhestifter befinden sollen. Ihnen werden auch andere schwere Delikte zur Last gelegt.

    Vertreter der internationalen Menschenrechtsorganisationen appellierten allerdings an die Regierung Kirgisiens, die Auslieferung der Flüchtlinge an Usbekistan zu verhindern. Denn es müsse stark angenommen werden, dass die Flüchtlinge im Falle einer Auslieferung gefoltert werden.

    Derzeit halten sich mehr als 450 Personen auf dem Territorium Kirgisiens auf, die nach den Ereignissen in Andischan aus Usbekistan geflüchtet sind. 29 von ihnen befinden sich in der Untersuchungshaft der kirgisischen Stadt Osch. Zuvor hatte Kirgisien vier usbekische Flüchtlinge an Usbekistan ausgeliefert.

    Am 13. Mai war es in der viertgrößten usbekischen Stadt Andischan zu einer bewaffneten Erstürmung des Gefängnisses und einer Reihe von Regierungsgebäuden gekommen. Die Rechtsschutzorgane Usbekistans schlugen den Aufstand mit Waffengewalt nieder. Dabei kamen laut offiziellen Angaben 170 Personen ums Leben. Journalisten und Bürgerrechtler sprachen aber von mehreren hundert Toten.