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    "Iswestija": Jeder fünfte Bürger hat Rauschgiftsüchtigen in seinem Umkreis

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    MOSKAU, 27. Juni (RIA Nowosti). Rund 20 Prozent der russischen Bürger geben an, dass ihre Angehörigen bzw. Bekannten Rauschgift, und zwar nicht zu medizinischen Zwecken, nehmen. Diese schockierenden Angaben veröffentlichten Soziologen des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr im Vorfeld des Internationalen Tages des Kampfes gegen die Rauschgiftsucht, der am Sonntag begangen wurde, schreibt die „Iswestija" am Montag.

    Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts WZIOM beunruhigt die wachsende Zahl der Rauschgiftabhängigen viermal mehr Russen als die Entwicklung in Tschetschenien. Nur drei Probleme sind für sie akuter als Drogensucht: Armut (darüber sind 48 Prozent der russischen Bevölkerung besorgt), Willkür und Korruption der Beamten (38 Prozent) und Arbeitslosigkeit (35 Prozent). Die Rauschgiftgefahr (wurde von 21 Prozent der Teilnehmer einer landesweiten WZIOM-Umfrage erwähnt) macht den Bürgern mehr Sorge als die Krise des medizinischen Systems (20 Prozent), die organisierte Kriminalität (zehn Prozent) und die anhaltenden Spannungen in und um Tschetschenien (fünf Prozent).

    „Das Tschetschenien-Problem trifft die Russen erst, wenn etwas geschieht, was über den Rahmen der Republik selbst hinausgeht", so der WZIOM-Generaldirektor Valeri Fjodorow. „Die Rauschgiftsucht ist dagegen ein soziales Übel, das alle begreifen."

    „Der jetzige halbherzige Kampf gegen die Rauschgiftverbreitung ist wenig effektiv und löst das Hauptproblem nicht: Der Kreis der Rauschgiftabhängigen wächst weiter."

    Nach Angaben des Fonds „Obschtschestwennoje Mnenije" (Öffentliche Meinung) stellten drei Viertel der Landesbevölkerung fest: Es gibt immer mehr Rauschgiftabhängige im Lande. Nach Ansicht von 56 Prozent der Befragten ist dieses Problem in Russland akuter als im Ausland.

    Laut WZIOM-Angaben halten fünf Prozent der Bevölkerung den Rauschgiftkonsum für zulässig. Weitere zwei Prozent betrachten dieses Problem mit Nachsicht, 92 Prozent der Befragten sind aber überzeugt dass man sich unter keinen Umständen selbst freiwillig vergiften dürfe.

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