00:12 19 Oktober 2017
SNA Radio
    Panorama

    Markow: Machtwechsel in der Ukraine und Georgien keine demokratischen Revolutionen

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 410

    MOSKAU, 29. Juni (RIA Nowosti). Für den Direktor des russischen Instituts für politische Studien, Sergej Markow, sind die Umstürze in der Ukraine und Georgien keine demokratischen Revolutionen.

    „Man kann nicht sagen, dass dies demokratische Revolutionen waren", erklärte er am Mittwoch in RIA Nowosti auf einer Rund-Tisch-Konferenz zum Thema „Was steckt hinter der Kette der ‚demokratischen' Wandlungen im postsowjetischen Raum?"

    Der angesehene Politologe sagte weiter, obwohl die Demonstranten unter demokratischen Parolen auf die Straßen gingen, seien die Ergebnisse der Revolutionen sehr widersprüchlich. Die neue Führung in Kiew unterdrücke weiter ihre politischen Opponenten und kontrolliere Massenmedien, argumentierte Markow.

    Auch Georgien habe unter Präsident Saakaschwili „einen Schritt von der Demokratie weg" gemacht. „Die Medien wurden unter Kontrolle gestellt. Die Menschenrechtler stellen unter Saakaschwili eine Abweichung von der Demokratie fest", sagte der Politologe.

    Ihm zufolge lassen sich diese Revolutionen als geopolitisch bezeichnen, denn sie führten einen Wechsel des außenpolitischen Kurses herbei. So gebe die Ukraine allmählich die Pläne zum Aufbau eines Einheitlichen Wirtschaftsraums mit Russland, Kasachstan und Weißrussland auf. Stattdessen strebe sie nun eine EU- und Nato-Mitgliedschaft an.

    Auch der Vizepräsident der Akademie für geopolitische Probleme, Leonid Iwaschow, meint, dass die Ereignisse in der Ukraine und in Georgien kaum als Revolutionen bezeichnet werden können. „Dort kam es zu einem Machtwechsel ohne Wechsel des Sozial- und Wirtschaftssystems", führte er aus.