00:56 23 Oktober 2017
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    Oberstes Gericht hat Aufhebung des Freispruchs der Moskauer Transplantologen bestätigt

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    MOSKAU, 04. Juli (RIA Nowosti). Das Präsidium des Obersten Gerichts Russlands hat die Aufhebung des Freispruch im Fall der Transplantologen des 20. städtischen Moskauer Krankenhauses bestätigt, teilte Rechtsanwalt Juri Kostanow mit, der einen der Ärzte vertritt. Am 1. August beginnt im Moskauer Stadtgericht die Neuverhandlung in dieser Strafsache.

    Der Anwalt stellte fest, dass sich die Verteidigung der Ärzte mit einer Berufung an den Vorsitzenden des Obersten Gerichts, Wjatscheslaw Lebedew, wenden wird.

    „In der Beschwerde werden wir den Vorsitzenden auffordern, den Spruch des Präsidiums des Obersten Gerichts als rechtswidrig und unbegründet aufzuheben", präzisierte der Jurist.

    Das Moskauer Stadtgericht hatte am 1. März die Ärzte freigesprochen, die der illegalen Organtransplantation im 20. Krankenhaus beschuldigt worden waren. „Die Schuld der Angeklagten bestätigte sich während der Verhandlung nicht", hieß es im Urteilstext.

    Die Staatsanwaltschaft hatte Ärzte und Mitarbeiter des Transplantationszentrums der Vorbereitung des Mordes an dem Kranken Orechow beschuldigt, der am 11. April 2003 mit der Diagnose Schädelhirnverletzung in das Krankenhauses eingeliefert worden war.

    Während der Gerichtsanhörungen forderte der Staatsanwalt die Verurteilung der stellvertretenden Leiterin der Intensivstation des 20. Krankenhauses, Irina Lirzman, zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren und sechs Monaten, der Ärztin der Intensivstation, Ljubow Prawdenko, zu einer 8jährigen Freiheitsstrafe und der beiden Transpantologen des Koordinationszentrums für Organspende, Pjotr Pjatnitschuk und Bairm Schakdurow, zu jeweils einer 9-jährigen Haftstrafe.

    Das Gericht kam jedoch zu der Ansicht, dass „die Ärzte die Operationsvorbereitungen zur Organentnahme einleiteten, nachdem sie den Tod des Patienten konstatiert hatten".

    „Das Gericht spricht die Angeklagten in allen Klagepunkten frei und ordnet die Aufhebung der Meldepflicht an", heißt es in dem Urteil.