13:55 21 Oktober 2017
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    Umfrage: Staat muss sich stärker für Moral einsetzen

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    MOSKAU, 8. Juli (RIA Nowosti). Zwei Drittel der Russen (66 Prozent) glauben, dass sich die Moral in der Gesellschaft ohne Mitwirkung des Staates nicht gewährleisten lässt. 26 Prozent hingegen lehnen jegliche Aktivitäten des Staates auf diesem Gebiet als Einmischung ins Privatleben ab.

    Dies ergab eine Studie des Moskauer Meinungsforschungsinstituts WZIOM.

    Unter den öffentlichen Einrichtungen, die sich für die Moral einsetzen sollten, geben die meisten Russen denen den Vorrang, die sich unmittelbar mit der Erziehung der jungen Generation beschäftigen: Kindergärten, Schulen, Fach- und Hochschulen, Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen.

    Unter allen Staatseinrichtungen und Institutionen sehen die meisten Russen das Kulturministerium als den Hauptverfechter der Moral an. 79 Prozent der Befragten zählten die Sorge um das moralische Klima in der Gesellschaft zu den Aufgaben des Staatspräsidenten.

    Keine der führenden russischen Parteien kann als moralisches Vorbild gelten. 32 Prozent der Befragten erklärten, die Parteien beschäftigen sich mit moralischen Fragen überhaupt nicht, 35 wussten keine Antwort. Auf die Frage, welche Partei sich doch am meisten mit Moral beschäftige, wurde das regierungstreue "Einheitliche Russlands" am häufigsten erwähnt (12 Prozent).

    75 Prozent der Russen erklärten sich bereit, bei den nächsten Parlamentswahlen für die Partei ihre Stimme abzugeben, welche die Stärkung der Moral zu ihrem Hauptmotto erklärt.

    70 Prozent der Interviewten konnten nicht einmal einen Politiker, Kulturschaffenden, gesellschaftlichen oder religiösen Würdenträger nennen, der als "Gewissen der Nation" betrachtet werden könne. Auf häufigsten wurden in dieser Eigenschaft Präsident Wladimir Putin (9 Prozent), der Schriftsteller und Nobelpreisträger Alexander Solschenizin (4 Prozent), das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche Alexi II. (3 Prozent), Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu (3 Prozent), und Andrej Sacharow (1921-1989), sowjetischer Kernphysiker, Dissident und Friedensnobelpreisträger (2 Prozent) erwähnt.

    Im Rahmen der WZIOM-Studie wurden am 18. und 19. Juni 1599 Personen in 153 Siedlungen aus 46 russischen Regionen befragt. Der statistische Fehler lag dabei unter 3,4 Prozent.

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