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    "Kommersant": Ärzte plädieren für stärkeren Wachschutz in russischen psychiatrischen Kliniken für Kriminelle

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    MOSKAU, 11. Juli (RIA Nowosti). Rund 840 Kriminelle, u. a. 15 Serienmörder, befinden sich heute in der speziellen psychatrischen Klinik in der Stadt Orjol praktisch ohne Bewachung, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag. Führende russische Psychiater und Bürgerrechtler forderten in diesem Zusammenhang, es sei ein Föderationsgesetz "Über den Wachschutz in den psychiatrischen Kliniken" zu verfassen und dem Parlament vorzulegen, mit dem die Vorschriften für die Bewachung der gefährlichen Patienten verschärft werden sollen.

    Insgesamt gibt es sieben derartige Institutionen in Russland, führt das Blatt weiter aus. Die Belastung der Ärzte und Sanitäter in solchen Kliniken wie auch in anderen Krankenhäusern dieser Art ist vier bis fünfmal größer als es die Norm vorsieht. Ein Arzt betreut nicht die der Norm entsprechenden zehn Patienten, sondern 40 bis 50. Und 95 Prozent des Bedienungspersonals sind Frauen.

    In der Nacht hat nur eine Krankenschwester Dienst. "Unter solchen extremen Bedingungen ist die Wahrscheinlichkeit außerordentlicher Situationen äußerst hoch", behauptet die Chefärztin der Klinik in Orjol, Tatjana Kotowa.

    Früher war das Innenministerium für dieses Krankenhaus zuständig gewesen. Diese Behörde übernahm auch die äußere Bewachung des Gebäudes und kontrollierte neben den Ärzten die Patienten in deren Zimmern. 1988 wurde das Krankenhaus dem Gesundheitsministerium unterstellt, während die Hauptverwaltung für Strafvollzug des Justizministeriums die Bewachungsfunktionen übernahm.

    "Im Justizministerium hat man schnell begriffen, dass eine geschlossene psychiatrische Klinik keine Strafanstalt ist, insofern sind die Mitarbeiter der Hauptverwaltung für Strafvollzug nicht verpflichtet, solche Einrichtungen zu bewachen", sagte Kotowa. "Als Folge reduzierte es die Finanzierung der Bewachung auf ein Minimum. Eine Wache gibt es nur noch am Eingang."

    Das Föderationsgesetz "Über den Wachschutz in den geschlossenen psychiatrischen Kliniken", auf dessen Verabschiedung die Ärzte und Experten bestehen, müsse der Strafvollzugsbehörde vorschreiben, die Bewachung des Gebäudes von außen sowie die Aufsicht über die Patienten in den Krankenhäusern zu übernehmen, heißt es im Beitrag.

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