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    "Nowyje Iswestija": Rund die Hälfte der russischen Bürger empfindet Antipathie gegenüber Geschäftsleuten

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    MOSKAU, 13. Juli (RIA Nowosti). 44 Prozent der russischen Bürger empfinden eine radikale Antipathie gegenüber den Unternehmern. Der Hauptgrund: Diese hinterziehen Steuern. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr. Experten, die von der Tageszeitung "Nowyje Iswestija" befragt wurden, bewerten eine Gesellschaft mit derart starker Antipathie für Unternehmer als ungesund.

    Allerdings meinten 43 Prozent der Befragten, die Aktivitäten der Unternehmer seien für Russland von Nutzen.

    Separat wurde die Einstellung zu den in den 90-er Jahren so populären Mitteln zur Verringerung der an den Staat abgeführten Steuern ermittelt. 25 Prozent der Befragten bewerteten das als normal, 62 Prozent waren der Ansicht, dass es damit um einen Betrug des Staates gehe. 64 Prozent der Befragten bewerteten alle Unternehmer als Betrüger.

    Diese Umfrage wird regelmäßig bereits seit fünf Jahren vorgenommen, die Ergebnisse unterscheiden sich aber von Jahr zu Jahr kaum.

    Nach Ansicht von Irina Palilowa, Analytikerin des Lewada-Zentr, wissen die meisten Befragten nicht, was Schemen der "Steueroptimierung" darstellen, wie diese arbeiten, warum sie entstehen und ob sie wirklich dem Staat schaden. Der Gesellschaft würden Einstellungen dazu regelmäßig von den Medien suggeriert, auf dieser Grundlage bilde sie ihren Standpunkt dazu. Da aber die Propagandamaschine überaus intakt funktioniert, nehmen Experten an, dass das Ergebnis der Umfrage auch im nächsten Jahr unverändert bleibt.

    Juri Korgunjuk, Experte des Fonds Indem, ist der Auffassung, dass die 25 Prozent, die die "Steueroptimierung" nicht als einen Betrug betrachten, gerade diejenigen sind, die die Steuern zahlen, welche den Staatsetat bilden. Die 62 Prozent, die der Überzeugung sind, solche Schemen seien ein Betrug des Staates, waren mit dem Problem der Steuerabführung einfach nie konfrontiert: Sie sind einfache Angestellte und Staatsbedienstete. "Bei uns im Lande ist eine Situation entstanden, wo 25 Prozent der Bevölkerung die restlichen 60 Prozent ernähren und dafür nur Hass und Misstrauen bekommen", stellt Korgunjuk fest. Nach seiner Ansicht ist eine solche Gesellschaft kaum lebensfähig.

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