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    "Gaseta": Beamte lieferten ein Gesamtbild des Moskauer Gastarbeiters

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    MOSKAU, 13. Juli (RIA Nowosti). Ein typischer Gastarbeiter in Moskau ist ein Mann zwischen 30 und 39 Jahren. Er arbeitet auf einer Baustelle, wohnt dort auch, ist der Ansicht, dass seine Arbeit zu anstrengend und unterbezahlt ist, hat aber nicht vor, in die Heimat zurückzukehren. Dieses Bild stammt vom Aufsichtsrat für Verwaltung und Entwicklung bei der Moskauer Stadtregierung, berichtet die Tageszeitung "Gaseta" am Mittwoch.

    64 Prozent der Bau- und Reparaturarbeiter in Moskau sind Migranten. Kellner und Verkäufer sind zu 40 Prozent Gastarbeiter. Dabei erfasst die Statistik nur legale Migranten.

    Nach den Worten von Ljudmila Schwezowa, der ersten stellvertretenden Bürgermeisterin in der Moskauer Stadtverwaltung, entfallen 15 illegale Gastarbeiter auf einen legalen.

    Nur 13 Prozent der Gastarbeiter sind mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden. 75 Prozent beklagen sich über einen viel zu langen Arbeitstag und darüber, dass sie keine arbeitsfreien Tage haben. 45 Prozent behaupten, diese Arbeit verursache einen schnellen Körperverschleiß, 40 Prozent bemängeln die schlechte Ausstattung ihres Arbeitsplatzes und ärgern sich über den Schmutz sowie sonstige Unbequemlichkeiten.

    27 Prozent wohnen dort, wo sie auch arbeiten, weitere 12 Prozent übernachten in Wohnwagen. 19 Prozent mieten eine Wohnung: Angesichts der hohen Mietpreise teilen gleich mehrere Personen diese Wohnung. Nur 15 Prozent haben Glück, bei Verwandten untergebracht zu sein.

    Das Leben des Migranten in der russischen Metropole ist zwar schwer, aber nahezu niemand will in andere Länder ausreisen. Mehr noch: 38 Prozent wollen die russische Staatsbürgerschaft bekommen und für immer hier bleiben.

    Konflikte haben die Migranten hauptsächlich mit der Miliz (64 Prozent) und mit den Kriminellen (31 Prozent). Zugleich haben sie kaum Probleme mit der Migrationsbehörde und mit der Steuerinspektion.

    Die Behörden wissen nicht, was sie mit den Migranten tun sollen. Einerseits trägt die Migration zum Wirtschaftswachstum bei. Außerdem sichert die Migration von 100 000 Personen im Jahr den Zuwachs der Stadtbevölkerung, denn in den letzten zehn Jahren sind die Sterblichkeitsraten in Moskau um 60 Prozent höher als die Geburtenraten.

    Andererseits sind die Behörden der Ansicht, dass die Migration zu wachsenden ethnischen Spannungen und zu mehr Kriminalität führt. Diese Meinung teilt auch die Gesellschaft: 62 Prozent der Moskauer sind der Auffassung, dass das Fehlen einer harten Kontrolle über die Migranten die Hauptursache der hohen Wahrscheinlichkeit von Terrorakten in der Hauptstadt ist. 63 Prozent erklärten, die steigende Kriminalität und Korruption würden von den Migranten mitverursacht.

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