00:16 25 Januar 2017
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    "Iswestija": Künftiger Moskauer Wolkenkratzer muss keine einrammenden Flugzeuge fürchten

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    MOSKAU, 14. Juli (RIA Nowosti). Der Wolkenkratzer "Federazija", Bestandteil des Moskauer Geschäftszentrums Moskwa-City, soll mit 440 Metern der höchste in Europa werden. Dabei wird er superfest sein und selbst dann weiter stehen können, wenn ihn ein Flugzeug rammen würde, berichtet die "Iswestija" am Donnerstag.

    Die Monolithstruktur der tragenden Säulen wird, so die Autoren des Projekts, die auf die Gebäude gerichteten Flugzeuge aushalten können. Ihre Feuerfestigkeit beträgt zehn Stunden im Unterschied zu den 30 Minuten beim Stahlgerippe, das die zusammengebrochenen New Yorker Twin Towers hatten.

    Der "Federazija"-Turm wird von der Petersburger/Moskauer Gesellschaft Miraks-Grupp nach einem Entwurf der deutschen Architekten Peter Schweger und Sergej Tschoban gebaut. Die ingenieurtechnologische Entwicklungsarbeit wurde von Amerikanern übernommen. Die Pfähle werden Türken einrammen, die Lifte werden von Deutschen montiert, während Briten die Consultingleistungen erweisen. Die Arbeit wird von der russischen Vneshtorgbank bezahlt, die im Februar 2005 einen Kredit in Höhe von 250 Millionen Dollar für den Bau des Bürohochhauses gewährt hat.

    2008 wird der "Federazija"-Turm stehen: 340 Meter ohne und 440 Meter mit der Spitze. Auf einem mehrstufigen Podium mit einem Hubschrauber-Landeplatz werden zwei Türme von jeweils 85 und 57 Stockwerken stehen.

    Wie Miraks-Grupp-Präsident Sergej Polonski sagte, will die Vneshtorgbank 30 Etagen des Gebäudes für sein zentrales Büro beanspruchen. Die restlichen Etagen werden zehn russische Top-Unternehmen unter sich aufteilen. Die Hotelgesellschaft Hyatt erhebt Anspruch auf 44 Etagen für ein Fünf-Sterne-Hotel. In der 81. Etage wird ein Aussichtsplatz eingerichtet. Alle Interessenten werden mit Hochgeschwindigkeitsliften mit acht Metern pro Sekunde, d.h. weniger als in einer Minute, dorthin gebracht.

    Nach den Ereignissen vom 11. September haben die Wolkenkratzerkonstrukteure ihre Projekte unter Berücksichtigung des "Terrorfaktors" in beträchtlicher Weise revidiert, so Polonski. "So haben wir in diesem Projekt keine Tiefgaragen unter den tragenden Konstruktionen vorgesehen. Sollte also eine Autobombe in der Tiefgarage explodieren, wird dem Gebäude dadurch kein Schaden zugefügt."

    Allerdings wird der höchste Wolkenkratzer Europas ohne Hochhausnormen gebaut, die in Russland erst im Entstehen sind. "Der Bau und die Entwicklung der Normen verlaufen parallel", sagte der Chefarchitekt des Projekts, Sergej Tschoban.