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    Schweizerisches Bundesgericht befand Verhaftung des russischen Ex-Atomenergieministers Jewgeni Adamow für rechtmäßig

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    GENF, 19. Juli (RIA Nowosti). Das Bundesgericht der Schweiz hat die auf Anfrage der USA erfolgte Verhaftung des Ex-Ministers für Atomenergie Russlands Jewgeni Adamow für rechtmäßig erklärt.

    Das teilte der Sprecher des Bundesamtes für Justiz Rudolf Wyss am Dienstag gegenüber der RIA Nowosti mit.

    Somit wurde vom Bundesgericht in Lausanne, der obersten Gerichtsinstanz der Schweiz, der Berufung des Bundesamtes für Justiz entsprochen, das die Verhaftung Adamows am 2. Mai dieses Jahres in Bern auf Anfrage des USA-Justizministeriums genehmigt hatte.

    Der Presseattaché der russischen Botschaft in Bern, Igor Petrow, bestätigte gegenüber der RIA Nowosti, dass die russischen Diplomaten den Beschlusstext des Bundesgerichts bereits erhalten hätten.

    Anfang Juni hatte das Bundesgericht der Schweiz in der Stadt Bellinzona die Verhaftung Adamows auf Anfrage der USA für unrechtmäßig befunden und beschlossen, ihn aus der Haft zu entlassen.

    Daraufhin legte das Bundesamt für Justiz vor der höchsten Gerichtsinstanz - dem Bundesgericht in Lausanne - Berufung ein.

    Die Entscheidung des Bundesgerichtes ist endgültig. Sie bedeutet, dass Adamow im Schweizerischen Gefängnis bleiben wird, bis das Bundesamt für Justiz einen Beschluss über die Auslieferung des Ex-Ministers fasst.

    Die Behörde muss entscheiden, wessen Auslieferungsantrag - der russische oder der amerikanische - vorrangig ist.

    Die USA hatten am 24. Juni an die Schweiz einen offiziellen Antrag zur Auslieferung Adamows gerichtet. Die amerikanischen Behörden beschuldigen ihn und seinen Geschäftspartner Mark Kaushansky, einen USA-Bürger, der Veruntreuung von neun Millionen US-Dollar, die von der USA-Regierung für Projekte der nuklearen Sicherheit in Russland bereitgestellt worden waren.

    Russland hatte bereits am 17. Mai einen Antrag über die Rücküberstellung des Ex-Ministers eingereicht. Als Grund diente eine Befehlsorder, die am 14. Mai vom Moskauer Basmanny-Bezirksgericht ausgestellt worden war. Die Generalstaatsanwaltschaft von Russland leitete ein Verfahren gegen Adamow wegen Betrug und Überschreitung der Dienstvollmachten ein.

    Adamow, der das russische Ministerium für Atomenergie im Zeitraum 1998-2001 geleitet hatte, verzichtete bereits auf das vereinfachte Verfahren seiner Auslieferung sowohl an die USA als auch an Russland. Er hat bisher alle Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt, er wolle als freier Mensch nach Russland zurückkehren.

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