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    "Rossijskaja Gaseta": Westen profitiert am Headhunting auf Moskauer Hochschulabgänger

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    MOSKAU, 25. Juli (RIA Nowosti). Gegenwärtig studieren rund 11 000 ausländische Studenten in Moskau. Fast doppelt so viel Moskauer Hochschulabsolventen gehen ins Ausland arbeiten.

    Wie die Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" am Montag schreibt, ist es für westliche Länder vorerst einträglicher, hochqualifizierte Abgänger aus Moskauer Hochschulen abzuwerben als die Ausbildung junger Spezialisten in Moskau zu bezahlen.

    Ausländische Studenten pflichten der Meinung bei, dass unter allen hochrangigen internationalen Unis die Moskauer Hochschulen die erschwinglichsten sind. Bei allen Vorteilen des Verhältnisses zwischen Preis und Qualität studieren heute aber lediglich fünf Prozent aller ausländischen Studenten der Welt in Moskau.

    "Die Situation mit der Ausländerausbildung in Russland ist paradox", sagt Abgeordneter Viktor Wolkow, Vorsitzender der Kommission für das Unternehmertum bei der Moskauer Stadtduma. "Einerseits gilt unser Land weiterhin als eine Schmiede hochqualifizierter Kader. Andererseits befasst sich innerhalb des Staates selbst niemand ernsthaft mit der Ausbildung von Personal ‚zum Verkauf'. Das führt zur Flucht von Kadern und dementsprechend auch von Geld."

    Die Stadt gibt jährlich mehr als vier Milliarden Rubel als Subventionen für die Ausbildung aus. Für die Ausbildung der Ausländer bekommt die Stadt aber nur rund 850 Millionen Rubel, wobei die Stadt mindestens zehn Milliarden Rubel im Jahr haben könnte.

    In der Moskauer Stadtduma wird die Ansicht vertreten, dass es neben den ungeheuerlichen Bedingungen in den Moskauer Wohnheimen, der von den Skinheads ausgehenden Bedrohung und der Gelderpressung durch die Polizei noch eine Ursache dafür gibt. Es ist profitabler, die Ausbildung in Europa zu bekommen, weil in dem Fall die Chance besteht, dort zu leben und zu arbeiten zu bleiben. Mit seiner wirtschaftlichen Instabilität stellt Russland in dieser Hinsicht keine Konkurrenz dar.

    Um den Zustrom von Studenten aus dem Ausland real zu vergrößern, sollte nach Ansicht von Viktor Sadownitschi, Rektor der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität, in erster Linie der Ausbildungsprozess auf ein neues Niveau gebracht werden. Außerdem wird der Zustrom neuer Studenten auch dadurch gebremst, dass die russischen Diplome auf dem Weltmarkt nicht anerkannt werden. "Sobald die Diplome dem gesamteuropaischen Standard entsprechen, wird sich der Wert der Ausbildung an unseren Hochschulen buchstäblich in einem Augenblick verändern", sagt der Rektor der Moskauer Universität.

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