05:52 26 September 2017
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    Schweizer Behörden zu Auslieferung von Ex-Atomminister Adamow nach Russland bereit

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    GENF, 29. August (RIA Nowosti). Die schweizerischen Behörden haben sich im Prinzip zur Auslieferung von Ex-Atomminister Jewgeni Adamow im vereinfachten Modus nach Russland bereit erklärt. Zugleich teilte Folco Galli, Sprecher des Bundesamtes für Justiz, am Montag mit, dass dies von der Position der USA abhängen wird.

    Das Bundesamt für Justiz habe Russland das Recht auf die vereinfachte Auslieferung des früheren Ministers bereits am 25. August gewährt, und zwar auf Grund einer Erklärung von Adamow selbst. Adamow habe nicht nur der vereinfachten Auslieferung zugestimmt. Er habe sich auch zu einem Strafverfahren gegen ihn in Russland wegen der Delikte bereit erklärt, die ihm von den USA vorgeworfen würden, sagte Galli.

    Indes bleibt Adamow in U-Haft, weil das Bundesamt für Justiz den Auslieferungsantrag der USA prüft. Das Bundesamt richtete seinerseits eine Anfrage an die US-Behörden, ob sie bereit wären, ihren Auslieferungsantrag zurückzuziehen und den Fall in Russland behandeln zu lassen.

    Gegenwärtig seien nach Gallis Worten zwei Varianten möglich. Wenn die USA ihren Antrag zurücknehmen und den Straffall in Russland behandeln lassen würden, werde das Bundesamt für Justiz höchstwahrscheinlich die Auslieferung Adamows an Russland beschließen.

    Sollten die USA weiter auf der Auslieferung bestehen, werde das Auslieferungsverfahren gegen Adamow fortgesetzt. Der endgültige Beschluss werde vom Bundesamt für Justiz getroffen, das darüber entscheiden solle, wessen Auslieferungsantrag den Vorrang habe.

    Das Bundesamt habe keine Zeitschranken für die Lösung dieses Problems. Zudem hätten Adamows Anwälte das Recht, Berufung gegen eine beliebige Entscheidung des Bundesamtes im Bundesgericht in Lausanne einzulegen, sagte Galli.

    Die USA hatten am 24. Juni dieses Jahres einen Antrag auf die Auslieferung von Adamow gestellt. Die US-Behörden werfen dem russischen Ex-Atomminister und seinem Geschäftspartner Mark Kaushansky (USA) vor, neun Millionen US-Dollar veruntreut zu haben, die die US-Regierung der russischen Seite für Projekte im Bereich der Atomsicherheit bereitgestellt hatte.

    Russland stellte seinen Auslieferungsantrag bereits am 17. Mai. Grund dafür war ein am 14. Mai von einem Stadtbezirksgericht von Moskau erteilter Haftbefehl gegen Adamow. Die russische Generalstaatsanwaltschaft beschuldigt den Ex-Minister des Betruges und des Amtsmissbrauchs.

    Adamow, der 1998 bis 2001 Atomminister Russlands war, hatte zuvor eine vereinfachte Auslieferung sowohl an die USA als auch an Russland abgelehnt und bestritt seine Schuld. Der Ex-Minister war am 2. Mai dieses Jahres auf Antrag des US-Justizministeriums in Bern verhaftet worden.

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