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    Russische Tuberkulosestatistik: Stabilere Situation, doch steigende Todsesrate

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    MOSKAU, 27. Januar (RIA Novosti). In Russland leiden etwa 119 000 Menschen an Tuberkulose. Bei 8500 von ihnen ist die Krankheit mit AIDS verbunden. Das teilte Jekaterina Kakorina, Sprecherin des russischen Ministeriums für Gesundheitswesen und soziale Entwicklung, mit.

    Die Sprecherin berichtete, dass sich die Zahl der Neuerkrankungen in den letzten 15 Jahren verdoppelt habe. In den letzten Jahren sei die Lage jedoch etwas stabiler geworden. Jetzt beträgt die Rate der Neuerkrankungen 83 Fälle auf 100 000 Personen. In Europa beträgt diese Rate 7 bis 10 Fälle auf 100 000 Personen.

    "Die Angaben vom letzten Jahr zeugen von einer steigenden Todesrate. Dabei sterben arbeitsfähige Menschen im Alter von 40 bis 59 Jahren", sagte sie.

    2004 waren in Russland etwa 26 000 Menschen an Tuberkulose gestorben.

    Die Sprecherin bemerkte, dass die Vorbeugung und Behandlung der Tuberkulose im Rahmen des Nationalprojekts für Gesundheitsversorgung noch mehr Aufmerksamkeit bekämen. Ein Teil der Finanzierung soll dabei für die Entwicklung der ersten medizinischen Behandlung und der Frühdiagnostik eingesetzt werden. Die medizinischen Einrichtungen sollen 696 stationäre und 200 mobile Fluoroskope erhalten.

    Außerdem ist eine Reihenuntersuchung der arbeitsfähigen Bürger im Alter von 35 bis 55 Jahren geplant.

    Alla Kusnezowa, Vizechefin der medizinischen Verwaltung der Behörde für Strafvollzug berichtete, dass gegenwärtig etwa 49 000 Häftlinge an Tuberkulose leiden.

    In den letzten sechs Jahren habe sich die Zahl der Erkrankungsfälle in den Vollzugsanstalten halbiert, sagte sie.

    Auch hier werde der Vorbeugung viel Aufmerksamkeit gewidmet: Die Häftlinge werden beim Eintreffen in den Vollzugsanstalten und dann jedes Halbjahr untersucht. "Viele von ihnen erfahren erst in der Untersuchungshaft, dass sie krank sind", sagte die Vizechefin.

    Dabei führten nur 47 bis 48 Prozent von ihnen die Behandlung nach ihrer Haftentlassung weiter, so Kusnezowa.

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