15:48 21 August 2017
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    Brand in Moskauer Verlagsgebäude richtet verheerenden Schaden an

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    MOSKAU, 14. Februar (RIA Novosti). Der gestrige Brand im achtgeschossigen Verlagshaus "Pressa" in der Moskauer Prawda-Straße ist auch weiterhin Stadtgespräch.

    Das Verlagsgebäude, welches sich im Besitz der Liegenschaftsverwaltung des russischen Präsidenten befindet und verschiedenste Publikationsorgane beherbergte, wurde gestern früh um 10.45 Moskauer Uhrzeit von einer Feuerbrunst erfasst. Innerhalb kurzer Zeit standen mehr als 2 000 Quadratmeter Bürofläche in Flammen. 78 Feuerwehrzüge waren über acht Stunden im Einsatz, um den Brand endgültig unter Kontrolle zu bringen.

    Bereits gestern war bekannt gegeben worden, dass vier Personen Verletzungen erlitten haben, darunter zwei Feuerwehrmänner. Inzwischen musste die städtische Feuerwehr mitteilen, dass eine zunächst als vermisst gemeldete Mitarbeiterin einer Kantine den Flammen zum Opfer gefallen ist. Ihre sterblichen Überreste wurden aus den Trümmern geborgen.

    Neben anderen kleineren Druckerzeugnissen befanden sich in dem Verlagsgebäude die Redaktionsräume der überregionalen Zeitung Komsomolskaja Prawda sowie der Zeitungen Selskaja Schisn und Parlamentskaja Gaseta. Sie mussten teilweise ihr Erscheinen einstellen.

    Die Komsomolskaja Prawda mit der sonst üblichen Auflage von 800 000 Exemplaren brachte heute nur eine stark gekürzte Notausgabe heraus. Nur 16 der sonst 40 Spalten gingen in Druck. In zwei Spalten wurde vom Geschehen am Brandort berichtet, während die Übrigen die üblichen Stadtthemen zum Inhalt hatten.

    Die weitere Perspektive des Blattes ist gegenwärtig noch Gegenstand einer Beratung des Redaktionskollegiums. Aus Journalistenkreisen war jedoch zu erfahren, dass sich eine breite Solidaritätswelle entfaltet hat. Nicht nur der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow und der Leiter der Föderalen Agentur für Medien und Massenkommunikationsmittel, Michail Seslawinski, haben der Zeitung Soforthilfe in Aussicht gestellt. Aus den verschiedensten Redaktionen sind Angebote gekommen, den "obdachlosen" Kollegen zumindest zeitweilig Unterkunft zu gewähren. Ob die zerstörten Redaktionsräume im angestammten Sitz je wieder in Betrieb genommen werden können, ist fraglich.

    Der Brand, der in der sechsten Etage ausgebrochen war und zum Einsturz der Zwischendecke der siebenten Etage geführt hat, vernichtete vor allem die Bibliothek, das Archiv und das Fotolabor der Komsomolskaja Prawda. Unwiederbringlich ging eine historische Sammlung von Büchern und Dokumenten verloren, die die Traditionszeitung während ihres mehr als 80-jährigen Bestehens wie ihren Augapfel gehütet hatte.

    Die Brandursachen sind, so hieß es in der Moskauer Feuerwehrverwaltung, weiterhin noch nicht geklärt. Nach den bisherigen Erkenntnissen hätte die Feueralarmanlage des Gebäudes reibungslos funktioniert. Die Feuerlöschanlagen im Inneren würden ebenfalls keine Funktionsstörungen aufweisen.

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