02:33 20 August 2017
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    Leiter des russischen Muftirates über Karikaturen-Skandal, Besuch der Hamas-Delegation und Militärgeistliche

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    MOSKAU, 14. Februar (RIA Novosti). Einer der höchsten muslimischen Geistlichen in Russland, der Leiter des russischen Muftirates Scheich Rawil Gainutdin bezeichnete am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Moskau den Karikaturen-Skandal als Werk von Atheisten, lobte den Hamas-Besuch in Moskau als Fortschritt bei der Nahost-Regelung und rief das Verteidigungsministerium zu mehr Zusammenarbeit bei der Einführung von Militärgeistlichen in der russischen Armee auf.

    Die Karikaturen-Darstellungen von Mohammed und Christus bezeichnete er als Versuch, einen Krieg zwischen den Konfessionen zu entfachen.

    "Die Muslime verstehen, dass es nicht von unseren Brüdern - den Christen oder den Juden - ausgeht. Es gibt bestimmte politische Kräfte, es könnte eine Arbeit von Atheisten sein", sagte er.

    Über die Karikaturen auf Christus und die Gottesmutter, die vor einigen Tagen in Aserbaidschan erschienen waren, sagte er: "Kein gläubiger Muslim könnte eine Karikatur auf den auch im Islam geehrten Propheten Jesus Christus und seine Mutter, die Jungfrau Maria, die im Islam als heilige Mariam gehuldigt wird, zeichnen".

    "Deshalb beleidigt derjenige, der diese Karikaturen veröffentlicht hat, auch die Gefühle von 1,4 Milliarden Muslimen", betonte der Mufti.

    Über den Besuch der Hamas-Führung in Russland sagte er, dass das ein guter Beitrag zur Nahost-Regelung sei.

    "Wir begrüßen die Initiative des Präsidenten über die Verhandlungen und den Dialog mit der Hamas", sagte er.

    Er zeigte sich auch sicher, dass die Hamas mehr Verantwortung und Willen zum Kompromiss zeigen werde.

    Der Leiter des Muftirates rief das Verteidigungsministerium zur Zusammenarbeit bei der möglichen Einführung von Militärgeistlichen in der russischen Armee auf.

    "Die Frage muss zuerst analysiert und studiert werden. Niemand hat unseren Rat gefragt. Das Verteidigungsministerium arbeitet mit uns nicht zusammen", sagte er.

    Er zeigte sich zur Unterzeichnung eines Abkommens bereit, warnte aber vor einer "konfessionellen Spaltung der Soldaten in der multinationalen Armee". Es sei zudem noch verfrüht, über die Einführung von Militärgeistlichen zu reden, weil es nicht genug muslimische Geistliche gäbe. "Und wenn das Verteidigungsministerium glaubt, dass es nur orthodoxe Geistliche geben werde, schafft das in der Armee einen gravierenden Konflikt", warnte er.