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    "Nowyje Iswestija": Soziologen sehen keine Symptome einer baldigen Revolution in Russland

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    MOSKAU, 26. Februar (RIA Novosti). Unzufriedene gibt es zwar viele in Russland, eine revolutionäre Situation gibt es aber nicht und wird es auch nicht geben. Diese Prognose gab der namhafte Soziologe Juri Lewada auf der Grundlage zahlreicher Umfragen am Sonntag in der "Nowyje Iswestija".

    In vieler Hinsicht ist es damit verbunden, dass die Menschen in erster Linie nach Geld und nicht nach Bürgerrechten trachten und weiter hoffen, dass sie das Geld von der Macht als Belohnung für ihre Loyalität bekommen.

    "Es gibt zwar Menschen, die die Gebrechen des jetzigen Systems schärfer als die anderen empfinden", sagte Lewada. "Das sind aber nur die Spannungspunkte. Sie bilden aber keine einheitliche Protestwoge und werden nicht zu ernsthaften Aktionen führen. Man sollte aber nicht denken, dass die Menschen unbedingt auf die Straße gehen und etwas fordern sollen. Sie können einfach schlecht arbeiten und dorthin gehen, wo mehr gezahlt wird."

    Die Menschen "wollen hauptsächlich mehr Geld, sie werden aber nicht um das Geld kämpfen, sondern erwarten es von der Macht", so Lewada.

    Einerseits wird die russische Gesellschaft komplizierter: Es entstehen Schichten, die es früher nicht gegeben hat, die Beziehungen zwischen dem Zentrum und der Peripherie werden komplizierter, stellte der Soziologe fest. Andererseits blieb die Wirtschaft der Hoch-Technologien im Lande weiterhin unterentwickelt. "Im Gegenteil: Die Wirtschaft wird immer primitiver und wird auf die Sphäre der Rohstoffförderung reduziert, welche heute die Hälfte des Landes ernährt. Die Macht versucht ihrerseits, die Verwaltung der Gesellschaft zu vereinfachen, diese auf die primitive militärische Weise zu gestalten sowie die soziale Verwaltung, die Abstimmung der Interessen vieler Menschen, Gruppen und Schichten durchs Administrieren zu ersetzen."

    "Die Bürokratie verhält sich aggressiv und will alles unter ihre Kontrolle nehmen. Sie unterstützt auch die rohstofforientierte Wirtschaft sowie das Ausbleiben der Initiative bei den Menschen und ist an einer militärischen Ordnung äußerst interessiert", sagte der Leiter des Meinungsforschungsinstituts "Lewada-Zentrum". "Die Elite der Gesellschaft - die intellektuelle, die wissenschaftliche, die kulturelle und die wirtschaftliche - bemüht sich aber, Konflikte mit der Macht zu vermeiden, sondern sie will mit dieser verbunden sein und davon profitieren."

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