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    EILMELDUNG - Synagogen-Amokläufer beteuert seine Unschuld

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    MOSKAU, 28. Februar (RIA Novosti). Der 20-jährige Alexander Kopzew, der Anfang Januar ein Blutbad in einer Moskauer Synagoge angerichtet hatte, hat seine Schuld nicht anerkannt, berichtet der Korrespondent der RIA Novosti aus dem Gerichtssaal.

    Wie die Staatsanwältin Kira Gudim während des Prozesses mitteilte, soll der Angeklagte vor dem Überfall vom 11. Januar bereits zweimal versucht haben, Moskauer Synagogen zu attackieren.

    Der Anklägerin zufolge ließ sich Kopzew seit 2004 von extremistischen Internet-Seiten und Büchern beeinflussen, steigerte sich in seinen Juden-Hass und entschloss sich letztendlich für den Mord. Der Angeklagte habe sich mit dem Jagdmesser seines Vaters bewaffnet und im Internet Adressen der Moskauer Synagogen ausgesucht.

    Vor Beginn des Prozesses hatte der Moskauer Staatsanwalt Anatoli Sujew mitgeteilt, dass Kopzew wegen eines "Mordanschlags aus nationalen bzw. religiösen Gründen" angeklagt wurde. Solche Taten werden dem Staatsanwalt zufolge mit Freiheitsstrafen von acht bis 20 Jahren oder mit lebenslänglicher Haft geahndet. Darüber hinaus wurde Kopzew "Aufwiegelung zum Hass" und "Erniedrigung von Personen in ihrer Menschenwürde unter Gewaltanwendung" angelastet. Nach dem russischen Strafrecht drohen ihm dafür bis zu fünf Jahre Haft.

    Der 20-Jährige war am 11. Januar in die Synagoge in der Bolschaja Bronnaja eingedrungen und hatte wahllos mit einem Messer auf Gläubige eingestochen. Neun Menschen wurden dabei verletzt.

    Bei einer Voruntersuchung wurde festgestellt, dass Kopzew zurechnungsfähig war, weder Drahtzieher noch Mittäter hatte und weder nationalistischen noch extremistischen Organisationen angehörte.

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