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    Was die Bürger Russlands über die bevorstehenden Präsidentenwahlen denken

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    MOSKAU, 07. Juni (RIA Novosti). Die Einstellung der Bürger zu den Wahlen des russischen Präsidenten, die in weniger als zwei Jahren stattfinden werden, hat das Analysezentrum des bekannten Sozilologen Juri Lewada untersucht. Wie die Forschung ergab, bewegt dieses Thema die Bürger des Landes nicht stark: Nur 35 Prozent der Befragten zeigten großes Interesse, weitere 40 Prozent interessierten sich "in einem gewissen Maße" dafür, weitere 22 Prozent haben nur wenig Interesse oder gar keines.

    Der Glaube daran, dass Putin, nach seinen wiederholten Äußerungen zu urteilen, im Jahr 2008 nicht mehr kandidieren wird (die russische Verfassung verbietet eine dritte Amtszeit), ist nicht groß. Nur 32 Prozent der Befragten glauben daran. 18 Prozent sind der Auffassung, dass Putin unter dem Druck von Personen aus seiner Umgebung seine Absicht ändern könne. Weitere 18 Prozent sind folgender Meinung: "Er wird höchstwahrscheinlich sehen, dass es im Lande außer ihm keine würdigen Kandidaten gibt, und sich zur Kandidatur für die dritte Amtszeit entschließen." Etwas mehr Befragte (19 Prozent) halten diese Äußerungen Putins für unaufrichtig und glauben, dass "er für die dritte Amtszeit kandidieren wird und nur den richtigen Augenblick abwartet, um dies bekanntzugeben". 13 Prozent haben sich keine Meinung zur Absicht Putins gebildet.

    Putin gab erst vor kurzem zu verstehen, dass er an der Nominierung seines Nachfolgers aktiv teilnehmen und ihn unterstützen wird. Für den von Putin vorgeschlagenen Kandidaten wollen 43 Prozent der Befragten ihre Stimme abgeben. 14 Prozent würden prinzipiell für einen anderen Kandidaten votieren. Weitere 30 Prozent werden je nach den Umständen handeln. Zwölf Prozent konnten keine klare Antwort darauf geben.

    Die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) zweifeln nicht daran, dass Putin einen Nachfolger aus seiner nächsten Umgebung vorschlagen wird. Und bei weitem nicht alle (31 Prozent) halten dies für richtig. Recht viele (elf Prozent) sind der Ansicht, dass es sich um einen unabhängigen Politiker, eine angesehene Persönlichkeit des öffentlichen Lebens handeln muss.

    Bei der Umfrage wurde auch das Maß an Vertrauen zu Putin ermittelt. 43 Prozent der Befragten nannten ihn unter den fünf bis sechs Politikern, die besonders großes Vertrauen genießen.

    Die Mehrheit der Befragten stimmt der Meinung zu, dass faktisch die gesamte Macht im Land in Putins Händen konzentriert sei. 63 Prozent erachten diesen Umstand als günstig für das Land, weiteren 20 Prozent zufolge verspricht dies Russland nichts Gutes. (Weitere 17 Prozent konnten sich keine klare Meinung dazu bilden.) Im Dezember 2005 war das Verhältnis der Ja- und der Nein-Stimmen 57:29.

    Im Rahmen der Umfrage wurde geklärt, was den russischen Bürgern die größte Sorge bereitet. Das sind Arbeitslosigkeit (59 Prozent), Armut und Ungleichheit (49 Prozent), Kriminalität und Gewalt (41 Prozent). Die Korruption rangiert mit großem Abstand auf Platz vier (24 Prozent). Noch weniger Besorgnis rufen der Zustand des Systems des sozialen Schutzes, der Terrorismus, der Gesundheitszustand und die Bildung hervor.

    Indes glaubt nur ein Drittel der Befragten, dass die im Mai vorgenommenen Entlassungen von ranghohen Zollbeamten und Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft, des Innenministeriums und des Föderalen Sicherheitsdienstes sowie die Abberufung mehrerer Mitglieder des Föderationsrates (des Oberhauses des Parlaments) den Beginn eines ernsthaften Kampfes gegen die Korruption im Staatsapparat bedeuten. 29 Prozent bewerten dies als eine Aktion im Rahmen der Wahlpropaganda, und ein Viertel der Teilnehmer der Umfrage ersieht darin einen Kampf um die Umverteilung der Einflusssphären unter den ranghohen Amtspersonen. Zwölf Prozent konnten sich keine Meinung dazu bilden.

    Die Umfrage wurde vom 19. bis 22. Mai dieses Jahres in 128 Ortschaften aus 46 Regionen Russlands durchgeführt.

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