06:31 21 August 2018
SNA Radio
    Panorama

    Hubschrauberbeschuss: Ein neuer Krieg in Georgien?

    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Als "freche Provokation" bezeichnete Georgiens Regierungschef Surab Nogaideli den Beschuss des georgischen Hubschraubers in Südossetien (abtrünnige Teilrepublik Georgiens).

    MOSKAU, 04. September (RIA Novosti). Als "freche Provokation" bezeichnete Georgiens Regierungschef Surab Nogaideli den Beschuss des georgischen Hubschraubers in Südossetien (abtrünnige Teilrepublik Georgiens).

    Ein Helikopter des Typs Mi-8 war am 03. September vom südossetischen Militär nahe der Siedlung Satschchere beschossen worden. An Bord waren der georgische Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili und der stellvertretende Generalstabschef Sasa Gogawa.

    Laut südossetischen Behörden war die Maschine unbefugt in den Luftraum der nicht anerkannten Republik eingedrungen. Auf die Forderung Südossetiens, zu landen bzw. den Kurs zu ändern, hätten die Piloten nicht reagiert, erzählte Irina Gaglojewa, Leiterin des südossetischen Informations- und Pressekomitees, in einem Gespräch mit RIA Novosti. "Da Georgien in letzter Zeit massenhaft unseren Luftraum verletzt, wurde beschlossen, den Hubschrauber abzuschießen."

    Das georgische Verteidigungsministerium erkennt den Luftraum Südossetiens nicht an. Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili bezeichnet die Streitkräfte der abtrünnigen Republik als "ossetische bewaffnete Banditenformationen".

    Der Hubschrauber war zum Stützpunkt Senaki (Westgeorgien) unterwegs. Beim Beschuss wurde er von fünf bis sechs Kugeln getroffen und geriet in einen Sturzflug. Der Pilot konnte die Maschine wieder unter Kontrolle bringen. Insassen wurden nicht verletzt. Nach der Ankunft in Gori sagte der georgische Verteidigungsminister vor Journalisten: "Die südossetische Seite wird sich für den Vorfall verantworten müssen."

    Der südossetische Verteidigungsminister Anatoli Baranewitsch erklärte seinerseits, der Hubschrauber habe als erster das Feuer eröffnet, die südossetische Luftabwehr habe das Feuer erwidert. Von nun an werden alle Flugzeuge und Hubschrauber, die den Luftraum Südossetiens verletzten, ohne Weiteres abgeschossen, warnte Baranewitsch nach Angaben des Fernsehsenders NTW.

    Der Vorfall mit dem georgischen Hubschrauber erschwere die Lage im Raum des georgisch-südossetischen Konfliktes, sagte der russische Sonderbotschafter Juri Popow am Montag der RIA Novosti. "Georgien ist schuld, weil es den Luftraum der Konfliktzone verletzte", urteilte Popow. "Der Zwischenfall wurde von Georgien provoziert, weil der Luftraum über der Konfliktzone für Flüge gesperrt ist."

    Die südossetische Führung vermutet, dass Georgien einen Militäreinsatz gegen die rebellische Republik plant. Davon zeugen ihr zufolge etwa die deutlich häufiger vorkommenden Aufklärungsflüge der georgischen Luftwaffe und das Militärmanöver in unmittelbarer Nähe von der südossetischen Grenze, aber auch die Errichtung von Reservistenlagern, Militärkrankenhäusern und nicht zuletzt die Entlassung des georgischen Ministers für Konfliktbeilegung, Georgi Chaindrawa.

    "Der Krieg kann schon in dieser Nacht ausbrechen", sagte ein Sprecher der südossetischen Verwaltung der Zeitung Gazeta.

    Der Bericht wurde von der Internet-Redaktion www.rian.ru erstellt. Dabei wurden Informationen der RIA Novosti und anderer Quellen genutzt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren