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    Der Nonstop-Flug von Waleri Tschkalow

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    In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die in technischer und wissenschaftlicher Sicht führenden Nationen der Welt versucht, mit dem weltweit längsten Nonstop-Flug in die Geschichte einzugehen.

    MOSKAU, 09. September (RIA Novosti). In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die in technischer und wissenschaftlicher Sicht führenden Nationen der Welt versucht, mit dem weltweit längsten Nonstop-Flug in die Geschichte einzugehen.

    Um den Weltrekord rivalisierten Frankreich, Großbritannien, die USA, Italien und Deutschland. Der 1931 von den USA aufgestellte Rekord (8 560 Kilometer) wurde 1932 von Großbritannien und dann von Frankreich (9 104,7 Kilometer) geschlagen. Ende 1931 beschloss die Sowjetunion, ein Langstreckenflugzeug zu bauen. Mit der Entwicklung wurde das Konstruktionsbüro Tupolew beauftragt. Dem Konstrukteursteam stand Pawel Suchoi vor. 1933 wurde das Flugzeug ANT-25 gebaut, mit dem eine Besatzung unter Leitung von Michail Gromow im September 1934 einen Rekordrundflug absolvierte.

    Im August 1935 wollten der sowjetische Polarpilot Sigismund Lewanewski, der Kopilot Georgi Bajdukow und Navigator Viktor Lewtschenko mit einer ANT-25 von Moskau über den Nordpol nach San Francisco fliegen. Doch ein Defekt der Schmierleitung ließ die Besatzung umkehren. Lewanewski verlor den Glauben daran, dass ein einmotoriges Flugzeug zu einem solchen Flug in der Lage ist. Doch Kopilot Bajdukow wollte nicht aufgeben und steckte den legendären Militärflieger Waleri Tschkalow mit der Idee eines Nordpolfluges an. Im Frühjahr 1936 bat die neue Besatzung (Tschkalow, Bajdukow und Alexander Beljakow) die sowjetische Regierung um die Genehmigung für einen Flug von Moskau über den Nordpol nach Amerika. Die Regierung erlaubte am 14. Juli 1936 zwar den Flug, doch auf einer anderen Route, und zwar von Moskau nach Petropawlowsk-Kamtschatski. Da diese Route zu kurz war, konnten die Besatzungsmitglieder eine neue Route durchsetzen: Moskau - Victoria-Insel - Franz-Josefs-Land - Sewernaja Semlja - Tiksi-Bucht - Petropawlowsk-Kamtschatski - Ochotskisches Meer - Insel Sachalin - Nikolajewsk am Amur - Chabarowsk (oder Tschita).

    Der Flug begann am 20. Juli 1936 um 02:45 Uhr Greenwich-Zeit und verlief unter schwierigen Wetterbedingungen. Die Maschine flog zuerst in Richtung Nordpol zur Victoria-Insel (82° nördlicher Breite), dann über Jakutien und über dem Ochotskischen Meer. Als das Flugzeug Petropawlowsk-Kamtschatski erreichte, warf es einen Wimpel ab. Da der Kraftstoffvorrat noch nicht erschöpft war, lenkte Tschkalow die Maschine in Richtung Festland. Doch ein heftiger Wirbelsturm über dem Ochotskischen Meer bedeckte das Flugzeug mit Eis, und es musste landen. Tschkalow gelang es, die Maschine auf einem Stückchen Land aufzusetzen, das deutlich geringer war, als eine ANT-25 sonst zur Landung brauchte. Der Flug endete am 22. Juli 1936 auf der Insel Udd in der Stschastja-Bucht nahe der Stadt Nikolajewsk am Amur.

    Tschkalows Flug über das Nördliche Eismeer in den Fernen Osten erregte viel Aufsehen in der Luftfahrtwelt. Das einmotorige Flugzeug ANT-25 legte in 56 Stunden und 20 Minuten insgesamt 9374 Kilometer zurück, davon 5140 Kilometer über der Barentssee, dem Nördlichen Eismeer und dem Ochotskischen Meer. John Salmond, Marschall der britischen Royal Air Force, sagte damals: "Der Flug von Tschkalow und seinen Begleitern fasziniert und ist grandios." Er bewunderte das Flugzeug, das "solche für andere Verkehrsmittel unnachvollziehbaren Strecken" ohne Zwischenstopp zurücklegen kann. "Der Flug wurde von sowjetischen Piloten, mit einer sowjetischen Maschine, ausgestattet mit einem sowjetischen Motor, absolviert. Das beweist die perfekte technische Ausstattung des Sowjetlandes", äußerte Salmond.

    Nach dem Flug wurde Tschkalow, Bajdukow und Beljakow der Titel Held der Sowjetunion verliehen. Am 13. August 1936 benannte das Politbüro in Moskau die Inseln Udd, Langr und Kewos in der Stschastja-Bucht nach Tschkalow, Bajdukow bzw. Beljakow.

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