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    Geheime Fracht: "Estonia" soll Kriegstechnik im Auftrag Estlands transportiert haben

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    TALLINN, 19. Dezember (RIA Novosti). Der Ex-Chef der schwedischen Militäraufklärung MUST, Erik Rosander, behauptet, dass das 1994 versunkene Fährschiff "Estonia" im Auftrag Estlands Kriegstechnik nach Schweden beförderte.

    Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Schlussbericht der estnischen Parlamentskommission, die zum Waffentransport mit dem Fährschiff "Estonia" ermittelt.

    Laut Rosander war das Fährschiff, beladen mit Militärelektronik aus sowjetischer Produktion, auf dem Weg nach Stockholm. Estland habe die Elektronik zur Untersuchung nach Schweden geschickt, weil es selbst keine solche Möglichkeit hatte. Rosander zufolge wurden die Ergebnisse der Untersuchung an Estland übermittelt.

    Doch die Kommission "fand keine Nachweise, dass amtierende oder ehemalige Staatsbeamte über den Militärtransport informiert waren oder daran teilgenommen haben", heißt es im Bericht. "Auch wurden keine Unterlagen gefunden, die den Transport belegen."

    Die Kommission gelangte daher zu dem Schluss, dass schwedische Geheimdienste im Alleingang - ohne Zollformalitäten - die Kriegstechnik aus Estland transportiert hatten.

    Die Kommission empfahl der estnischen Regierung, die Suche nach Menschen fortzusetzen, die sich beim Unglück retten konnten, jedoch als vermisst gelten, um nähere Informationen zu bekommen.

    Der Verdacht, dass die verunglückte Fähre mit Kriegstechnik beladen war, kam nach einem Fernsehinterview eines schwedischen Zollbeamten auf. Dieser behauptete, dass die "Estonia" am 14. und 20. September 1994 - wenige Wochen vor dem Unglück - elektronische Anlagen befördert habe, die vom in Estland stationierten russischen Militär gekauft worden seien.

    Im Januar dieses Jahres bestätigte eine Kommission der schwedischen Regierung, dass die "Estonia" tatsächlich für den Transport von militärischer Ausrüstung genutzt worden war. Doch am Unglückstag seien weder militärische Ausrüstung noch Explosivstoffe an Bord gewesen, so die Kommission.

    Das Fährschiff "Estonia" war in der Nacht zum 28. September 1994 auf dem Weg von Tallinn nach Stockholm in der Ostsee untergegangen. 852 Menschen kamen dabei ums Leben, 137 konnten sich retten. Als offizielle Ursache der Tragödie gelten konstruktionsbedingte Mängel des Fährschiffes und schwierige Wetterbedingungen.

    Doch in Estland und in anderen Ländern gibt es Zweifel hinsichtlich der Schlüsse der Kommission. Laut Vermutungen konnte das Fährschiff nach einer Explosion an Bord, nach dem Zusammenstoß mit einem U-Boot oder aber wegen Handlungen von Schmugglern untergegangen sein, die das Schiff mit Absicht versenkt hätten, um den Transport einer verbotenen Fracht zu verdecken.

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