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    Ex-Yukos-Miteigner Newslin als Mittäter bei Litwinenko-Mord verdächtigt - Russlands Presse

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    Der Fall Litwinenko (147)
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    Der ehemalige Mitbesitzer des Ölunternehmens Yukos Leonid Newslin ist am Mittwoch von der Generalstaatsanwaltschaft Russlands zu einem Tatverdächtigen im Fall des ehemaligen FSB-Offiziers Alexander Litwinenko erklärt worden.

    MOSKAU, 28. Dezember (RIA Novosti). Der ehemalige Mitbesitzer des Ölunternehmens Yukos Leonid Newslin ist am Mittwoch von der Generalstaatsanwaltschaft Russlands zu einem Tatverdächtigen im Fall des ehemaligen FSB-Offiziers Alexander Litwinenko erklärt worden.

    Außerdem wird er verdächtigt, sich an „der Vergiftung russischer Bürger mit toxischen Stoffen“ beteiligt zu haben, berichten die Tageszeitungen „Kommersant“ und „Wedomosti“ am Donnerstag. Newslin bewertete die Erklärungen der Staatsanwaltschaft als „absoluten Schwachsinn, der eines Kommentars nicht wert ist“.

    Leonid Newslin hatte noch 2003, kurz nach dem Beginn der Ermittlungen zum „Fall Yukos“ Russland verlassen. Seit dieser Zeit lebt er in Israel, wo er die dortige Staatsbürgerschaft erhalten hat. Israels Behörden wiesen in der Zwischenzeit die russischen Auslieferungsanträge für Newslin mehrmals zurück. Auch die amerikanischen Behörden verweigerten Newslins Auslieferung, als sich der Unternehmer in den USA aufhielt.

    Indessen hatte der im Frühling dieses Jahres in Italien festgenommene ehemalige Leiter des Investitionsressorts der Bank MENATEP, Alexej Golubowitsch, ausgesagt, man wollte ihn und seine Familienangehörigen mit Quecksilber vergiften. An seinem Tod wäre Leonid Newslin interessiert gewesen: Zu jener Zeit war ein Streit zwischen Yukos-Aktionären und deren Top-Managern im Gange, wer das Geld und das Eigentum des Unternehmens im Ausland kontrollieren soll.

    Auch Viktor Borodulin, ehemaliger Mitarbeiter der Gasprombank, der sich jetzt außerhalb Russlands aufhält, teilt die Version von einer möglichen Beteiligung Newslins am Fall Litwinenko. Er habe den Eindruck bekommen, dass eine Gruppe von Mitarbeitern des Unternehmens Group Menatep Limited an Litwinenkos Tod interessiert gewesen sein könnte, um die russischen Behörden dafür verantwortlich zu machen. Dabei sollten eigene Positionen bei den Prozessen im Westen gegen die russischen Behörden gefestigt werden. Die Menatep-Gruppe war seinerzeit ein Großaktionär des Ölunternehmens Yukos. Yukos-Minderheitsaktionäre prozessieren momentan gegen die russische Regierung.

    „Die Generalstaatsanwaltschaft hat mit den Ermittlungen des Mordes an Alexander Litwinenko nichts zu tun“, empört sich Newslins Anwalt Dmitri Charitonow. „Alle Entscheidungen im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen können nur von den zuständigen Behörden des Landes getroffen werden, in dem die Tat begangen wurde - nämlich Großbritannien.“ „All das ist absoluter Schwachsinn, der keines Kommentars wert ist“, erklärte Newslin gegenüber „Kommersant“ zu den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen.

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