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    Russland liefert Polonium an USA für höchstens einige Dutzend tausend Dollar im Jahr

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    Russland liefert Polonium-210 an die USA für höchstens einige Dutzend tausend Dollar im Jahr.

    MOSKAU, 25. Januar (RIA Novosti). Russland liefert Polonium-210 an die USA für höchstens einige Dutzend tausend Dollar im Jahr.

    Das erfuhr RIA Novosti am Donnerstag aus Quellen in der Atombranche Russlands. Ein Vertreter der Branche nahm Stellung zu Berichten der britischen Presse, wonach der Wert des radioaktiven Metalls Polonium-210, mit dem der frühere Offizier des russischen Geheimdienstes FSB Alexander Litwinenko vermutlich vergiftet wurde, bei knapp zehn Millionen Dollar liegt.

    "Menschen, die unglaubwürdige Summen für das Polonium-210 nennen, mit dem Litwinenko vergiftet wurde, verfügen nicht über glaubwürdige Informationen. Denn der Gesamtwert des Metalls, das Russland an die Vereinigten Staaten liefert, beträgt im Jahr nur einige Dutzend tausend Dollar. Und Litwinenko hätte an einer weitaus geringeren Menge dieses radioaktiven Isotopen sterben können", sagte der russische Experte.

    Vor kurzem hatte die britische Zeitung "The Times" berichtet, dass der Wert des Poloniums, das Litwinenko verabreicht worden sei, mehr als zehn Millionen Dollar betrage und die in seinem Organismus festgestellte Polonium-Menge die tödliche Dosis um das Zehnfache übersteige. Seine Schlussfolgerungen untermauerte das Blatt mit einer Erklärung der Firma United Nuclear Scientific Supplies (US-Bundesstaat New Mexico). Nach Worten eines Vertreters des Unternehmens, das zu den wenigen gehört, die das Recht auf den Verkauf von Polonium-210 haben, kostet die kleinste Partie des Isotopen knapp 69 Dollar. "Somit mussten für die Vergiftung mindestens 150 000 Partien im Wert von über zehn Millionen Dollar erworben worden sein", schrieb "The Times".

    Zuvor hatte ein ranghoher Mitarbeiter der Russischen Atombehörde Rosatom RIA Novosti mitgeteilt, dass der einzige Reaktor, in dem Polonium-210 hergestellt wurde, vor zwei Jahren gedrosselt worden war. "Zugleich kann Polonium-210 weiter aus den in diesem Reaktor aufbereiteten Vorräten gewonnen werden. Somit produziert Russland etwa acht Gramm Polonium im Monat und liefert es an Unternehmen in den USA. Die acht Gramm, die in Russland produziert werden, konnten nicht in Russland abhanden kommen. Aber nach dem Verkauf sind wir nicht mehr für das Schicksal des Materials zuständig", sagte der Experte.

    Rosatom-Chef Sergej Kirijenko hatte mitgeteilt, dass die russischen Polonium-Lieferungen unter strengster Kontrolle abgewickelt werden. Das Material sei bis 2001 nach Großbritannien exportiert worden. 2001 seien die Lieferungen an Großbritannien eingestellt worden, sagte Kirijenko.

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