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    Bildungsminister verteidigt wegen Verletzung der Urheberrechte angeklagten Schuldirektor

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    MOSKAU, 02. Februar (RIA Novosti). Der russische Minister für Bildung und Wissenschaft, Andrej Fursenko, ist bereit, zur Verteidigung des Schuldirektors des Dorfes Sepytschowo in der Region Perm, Alexander Ponossow, aufzutreten.

    Ponossow hatte für seine Schule Computer angeschafft, die mit nicht lizenzierten Versionen des Betriebssystems von Windows ausgerüstet waren.

    „Ich bin absolut davon überzeugt, dass der Schuldirektor keine schwere Strafe verbüßen wird“, sagte der Minister am Freitag zu Journalisten.

    Im Fall Ponossow wurde nach Artikel 146 des russischen Strafgesetzbuches (Verletzung von Urheber- und Nachbarrechten) ein Strafverfahren eingeleitet. Das kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug geahndet werden. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft der Region den Schaden für die Firma Microsoft auf 266.000 Rubel (1 Euro entspricht ca. 34,5 Rubel) beziffert.

    Laut Fursenko wurden die Schulen der Region im Frühling letzten Jahres kontrolliert. In zehn Schulen sei dabei eine rechtswidrige Nutzung von nicht lizenzierten Computerprogrammen festgestellt worden.

    Während acht Schulen ihre Software legalisierten, taten dies zwei Schulen, darunter die von Ponossow geleitete, nicht.

    „Wichtig ist, alle Etappen dieser Episode zu verstehen: Wer die nicht lizenzierten Programme installiert hat und wie das passiert ist“, bemerkte Fursenko.

    Der Minister unterstrich, dass in diesem Fall auch die Bildungsbehörden sowohl auf föderaler wie auf regionaler Ebene Verantwortung tragen.

    „Offensichtlich haben wir nicht genügend Aufklärungsarbeit mit den Schuldirektoren und den Lehrern geleistet, um ihnen zu verdeutlichen, dass nicht lizenzierte Computersoftware immer gestohlen ist“, sagte der Minister.

    Er teilte mit, dass er am 31. Januar einen Brief in die Region geschickt hat, mit dem Auftrag, einen Qualifizierungs- und Umschulungslehrgang für Lehrer und Schuldirektoren zu organisieren, damit diese „sowohl im Bereich Management wie auch im Bereich Beschaffung von Soft- und Hardware“ kompetent seien.

    „In einer Reihe von Fällen kennen die Schuldirektoren einfach den Unterschied zwischen lizenzierten und nicht lizenzierten Produkten nicht. Das wird eine Art Liquidierung des Analphabetentums sein“, unterstrich Fursenko.

    Der Minister meinte, dass die Situation auf die Unredlichkeit der Lieferbetriebe zurückzuführen sei.

    „Alle staatlichen Verträge für die Lieferung von Computerausrüstung an Schulen sehen lizenzierte Programme für alle Technik vor“, heißt es in dem Brief des Ministers. Die Mittel für deren Anschaffung seien im Budget enthalten.

    „Ein Teil des Geldes bleibt in der Tasche der Lieferanten, welche gestohlene nicht lizenzierte Software verkaufen“, sagte Fursenko.

    Das Regionalgericht der Stadt Wereschtschagino (Region Perm) wird am 12. Februar den Fall Panosow, der seine Schuld nicht anerkennt, auf Antrag des Angeklagten erneut verhandeln.