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    UNO-Bericht: Der Russe, eine aussterbende Spezies - „Kommersant“

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    MOSKAU, 08. Februar (RIA Novosti). In ihrem neuesten Bericht zum Thema „Globale Tendenzen der Demographie“ stellt die UNO fest, dass sich die Weltbevölkerung 2050 bei neun Milliarden Einwohnern liegen wird. Das Tempo des Bevölkerungszuwachses wird auf die Hälfte zurückgehen und rund 30 Millionen Menschen pro Jahr betragen. Zugleich wird die Zahl der Einwohner Russlands in den nächsten 43 Jahren um 20 Prozent schrumpfen, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Dabei befindet sich Russland in der Spitzengruppe der insgesamt 51 Ländern, in denen die Einwohnerzahl bis 2050 zurückgehen wird: Die Bevölkerung des Riesenreichs wird sich um 2050 auf 113 Millionen verringern (heute beträgt die Bevölkerungszahl in Russland 143 Millionen Einwohner).

    Neben den globalen Tendenzen, die einen Bevölkerungsrückgang in bestimmten Ländern verursachen, wirken in Russland auch rein spezifische Faktoren. „Bis 1970 konnte die UdSSR mit den anderen Ländern Schritt halten, danach fing aber der Westen an, intensiv in die Gesundheitsvorbeugung zu investieren“, stellt Anatoli Antonow, Leiter des Lehrstuhls Soziologie und Demographie der soziologischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität, fest. „Die russische Medizin bleibt indessen auch heute ihrem Wesen nach praktisch eine Militärmedizin.“ „Die Sterblichkeit infolge von Verletzungen, Morden, Alkoholvergiftungen und Verkehrsunglücken ist in Russland die zweithöchste nach den Todesfällen infolge von Herz- und Gefäßerkrankungen“, stellt Olga Antonowa, Vizeleiterin der Abteilung Demographie der Staatlichen Statistik-Behörde Russlands, fest.

    Im Mai 2006 verkündete Präsident Wladimir Putin in seiner Jahresbotschaft an die Föderalversammlung eine neue demographische Politik: Förderung der Einwanderung und der Geburtenraten mit sowie eine Sterblichkeitsverringerung durch eine härtere Kontrolle des Alkoholmarktes. Nach Ansicht von Wissenschaftlern ist das aber nicht ausreichend. „Mit einer Geburtensteigerung kann man höchstens in den nächsten drei bis vier Jahren rechnen, danach wird aber alles wieder wie früher“, so Antonow. „Sollten die Familien nicht zur Geburt eines dritten und eines vierten Kindes stimuliert werden, könnte sich Russlands Bevölkerung nicht um 30 Millionen, sondern um 40 oder sogar um 50 Millionen verringern. Sollte parallel die Einwanderung stimuliert werden, so wird Russland 2080 nur 60 Millionen Einwohner haben, von denen 60 Prozent Einwanderer und deren Enkelkinder sein werden.“

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