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    Russischer Ex-Medienmagnat Gussinski erhält spanische Staatbürgerschaft

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    Die spanische Regierung hat dem ehemaligen russischen Medienmagnaten Wladimir Gussinski die Staatsbürgerschaft gewährt, berichtet die Zeitung „El Mundo“ am Sonntag unter Berufung auf offizielle Quellen.

    MADRID, 26. Februar (RIA Novosti). Die spanische Regierung hat dem ehemaligen russischen Medienmagnaten Wladimir Gussinski die Staatsbürgerschaft gewährt, berichtet die Zeitung „El Mundo“ am Sonntag unter Berufung auf offizielle Quellen.

    „Die Staatsbürgerschaft wurde schon am 09. Februar auf Beschluss des Ministerrates Spaniens gewährt, doch diese Tatsache ist bislang nicht mitgeteilt und im offiziellen Staatsbulletin noch nicht veröffentlicht worden“, heißt es.

    Das Blatt verweist darauf, dass Gussinski zuvor bereits Staatsbürger Israels geworden sei und mit der spanischen Staatsbürgerschaft sich ungehindert in jedem beliebigen Land der Europäischen Union aufhalten könne.

    Die Zeitung berichtet, dass Gussinski ab nun nicht mehr an Russland ausgeliefert werden dürfe, weil die spanischen Gesetze keine Auslieferung ihrer Bürger vorsähen.

    „Gussinski hatte bereits im Jahre 1996 zum ersten Mal versucht, die spanische Staatsbürgerschaft zu erwerben, und sein Ersuchen damit begründet, dass seine Mutter ein Nachkomme der sephardischen Juden sei, die damals auf der iberischen Halbinsel gelebt hatten und Ende des 15. Jahrhunderts von dort verbannt wurden“, schreibt die Zeitung. Der Ex-Medienmagnat, den die russischen Rechtsschutzorgane 2000 wegen Betrugs anklagten, hält sich derzeit außerhalb Russlands auf.

    Gussinski, der in der Millionärssiedlung in Sotogrande im Süden Spaniens gelebt hatte, war im Dezember 2000 auf Forderung der russischen Staatsanwaltschaft festgenommen worden. Doch die spanische Justiz weigerte sich, ihn an Russland zu überstellen, und bewertete ihn als „ein Opfer politischer Repressalien“. Nach einer monatelangen Gerichtsverhandlung wurde Gussinski im Frühjahr 2001 auf freien Fuß gesetzt.

    Der Chef des Zentralbüros von Interpol in Russland, Timur Lachonin, hat im Dezember 2006 die Länder, in denen sich Leonid Newslin, Wladimir Gussinski und Boris Beresowski aufhalten, für deren Nichtauslieferung verantwortlich gemacht.

    „Wir haben wiederholt darauf verwiesen, dass nach Newslin, Beresowski und Gussinski international gefahndet wird. Aber die Tatsache, dass sie bis jetzt nicht ausgeliefert wurden, spricht für die Position der Länder, in denen sie sich aufhalten“, sagte Lachonin auf einer Pressekonferenz in Moskau.

    Lachonin bemerkte ferner, dass Interpol den Aufenthaltsort einer gesuchten Person ermittle, während das Justizministerium und die Generalstaatsanwaltschaft sowie die Behörden des jeweiligen Landes für ihre Auslieferung zuständig seien.

    „Ich muss mit Bedauern konstatieren, dass Interpol in den letzten Jahren mit dem System von Doppelstandards konfrontiert wird: Während uns schon klar ist, dass eine gesuchte Person ein Verbrecher ist, verhält man sich anders zu ihr in anderen Ländern. Hierbei werden oft verschiedene internationale Konventionen, so beispielsweise, die Konvention über den Flüchtlingsstatus, als Schutz genutzt“, so Lachonin.

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