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    Agrarmesse in Frankreich: Leistungen der Agrarwirtschaft und ein Muss für Politiker

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    PARIS, 03. März (RIA Novosti). Am Samstag ist in Paris die 44. Pariser Agrarmesse eröffnet worden, die nicht nur ein großer Schauplatz für Agrarerzeugnisse, sondern auch ein Ereignis im politischen Leben des Landes ist.

    Wie gewöhnlich ist auf dieser Messe Tierzucht besonders breit vertreten. So ist es auch nicht zufällig, dass die fünfjährige Kuh der Rasse Limousin mit dem Namen Titine zu einem Star bereits vor der offiziellen Eröffnung wurde.

    Die Geflügelproduzenten haben dagegen Pech: Wegen des Vogelgrippe-Risikos können sie das zweite Jahr in Folge an der Messe nicht teilnehmen.

    Der erste Besucher des Agrarsalons war traditionsgemäß Frankreichs Präsident Jacques Chirac. Gefolgt von dem Agrarminister und Gewerkschaftsfunktionären besichtigte er interessiert die Stände.

    Der Besuch des Staatsoberhaupts ist nicht einfach ein Tribut der Tradition. Im Industriestaat, wo sich die Zahl der Beschäftigten im Agrarsektor in den letzten 30 Jahren von zwei Millionen bis auf 600 000 verringerte, zählt es immer noch zum guten Ton, auf seine bäuerliche Abstammung stolz zu sein sowie Interesse für den ländlichen Alltag zu zeigen.

    Deswegen hält es jeder einigermaßen bekannter Politiker für seine Pflicht, die Agrarmesse zu besuchen. In diesem Jahr findet das „politische Defilee“ unter dem Zeichen der bevorstehenden Präsidenten- und Parlamentswahlen statt. Mit besonderer Spannung erwartet man das Erscheinen von wichtigsten Anwärtern für das höchste Amt im Staat - der Kandidatin von der oppositionellen Sozialistischen Partei, Segolene Royal, und des Führers der regierenden Konservativen (MPF), Nicola Sarkozy.

    Die Landbevölkerung stimmt traditionell konservativ. Auch heute, wie die Ergebnisse von Umfragen zeigen, wollen knapp 40 Prozent von ihnen in der ersten Runde der Präsidentenwahlen für Sarkozy votieren. Royal kommt demnach mit 13 Prozent der Stimmen nur der dritte Platz zu. Auf Platz zwei rangiert mit 14 Prozent der Stimmen der Liberale Francois Bayrou.