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    KGB-Überläufer Makarow fordert in Großbritannien Rente für Spionage

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    Viktor Makarow, der vor 15 Jahren nach Großbritannien geflüchtete Ex-Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes KGB, ist erneut in den Hungerstreik getreten - aus Unzufriedenheit mit seinen Lebensbedingungen im Vereinigten Königreich.

    LONDON, 27. März (RIA Novosti). Viktor Makarow, der vor 15 Jahren nach Großbritannien geflüchtete Ex-Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes KGB, ist erneut in den Hungerstreik getreten - aus Unzufriedenheit mit seinen Lebensbedingungen im Vereinigten Königreich.

    Wie BBC berichtet, versucht der von der britischen Regierung unterhaltene Makarow ein weiteres Mal, auf seine Finanzmisere aufmerksam zu machen. Nach dem Gifttod seines Kollegen, des Ex-FSB-Offiziers Alexander Litwinenko, in London sieht sich auch der 51-jährige Makarow in Lebensgefahr.

    Über den Ort der Aktion machte BBC keine Angaben.

    Makarow hatte bereits im Januar und im Dezember 2004 ähnliche Hungeraktionen veranstaltet.

    Vor Weihnachten 2004 richtete sich Makarow vor dem Zaun des britischen Verteidigungsministeriums in London ein - unweit von der Residenz des Premierministers Tony Blair.

    Zuerst verweigerte er dem Londoner Korrespondenten der RIA Novosti jeden Kommentar. "Ich will nicht mit Vertretern des russischen Staates sprechen, den ich nach wie vor als meinen Feind ansehe und mit dem ich nichts gemein haben will“, sagte Makarow. Er halte Großbritannien für seine neue Heimat.

    Da seine Aktion so gut wie kein Interesse bei den Passanten erregte, erzählte Makarow der RIA Novosti über seine Forderungen. „Ich protestiere gegen das Vorgehen des Secret Services und der britischen Regierung“, sagte der Ex-Spion, der jetzt britischer Staatsangehöriger ist und von Sozialhilfe lebt. Er sei mit seinen Lebensbedingungen in Großbritannien unzufrieden und fordere als „Überläufer“ eine Jahresrente, sagte Makarow.

    Der in Nordengland lebende Ex-Spion fühlt sich von der britischen Regierung betrogen. In den 1980er Jahren hatte Makarow, damals KGB-Mitarbeiter, den britischen Auslandsgeheimdienst MI-6 mit wichtigen Geheiminformationen versorgt. 1987 wurde er in der UdSSR verhaftet und zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Fünf Jahre später wurde Makarow amnestiert.

    Danach ersuchte er die britische Botschaft um politisches Asyl und reiste mit Hilfe des MI-6 nach Großbritannien aus. Dort wurde Makarow unter Schirmherrschaft des Inlandsgeheimdienstes MI-5 gestellt.

    Nach Angaben der britischen Zeitung „Sunday Times“ beschlossen die britischen Behörden vor einigen Jahren, Makarow eine einmalige Zuwendung von 65 000 Pfund auszuzahlen, damit dieser keine Vorwürfe gegen die Geheimdienste mehr macht. Obwohl Makarow das Geld annahm, hielt er die Summe für „unangemessen“.

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