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    Legendäres sowjetisches Agenten-Ehepaar feiert Doppeljubiläum

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    MOSKAU, 29. März, (RIA Novosti). Das legendäre sowjetische Agenten-Ehepaar, Michail und Jelisaweta Mukassej, begeht in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen: Er feiert seinen 100. Geburtstag, während seine Gattin den 95. begeht.

    Die Namen der Beiden, die im Ausland in der Illegalität gewirkt hatten, sind der Öffentlichkeit erst in jüngster Vergangenheit zu einem Begriff geworden.

    "Die Ehegatten interessieren sich ungeachtet ihres fortgeschrittenen Alters lebhaft für das Geschehen in Russland und in der Welt. Mit großem Interesse lesen sie Presseartikel über die Aufklärung", sagte der Pressesprecher der russischen Auslandsaufklärung SWR, Sergej Iwanow, der RIA Novosti.

    Jelisaweta wurde am 29. März 1912 in Ufa geboren. Sie studierte an der Biologischen Fakultät der Leningrader Universität und arbeite nach dem Abschluss ab 1929 in einer Fabrik. Später wurde sie Direktorin einer Schule für Arbeiterjugend.

    Ihr Mann Michail ist am 13. August 1907 im weißrussischen Dorf Samostje geboren worden. Nach Beendigung der Schule für Arbeiterjugend wurde er 1925 an der Leningrader Universität immatrikuliert. In der Stadt an der Newa lernten die Beiden sich auch kennen und heirateten bald darauf.

    Für Michail wurden das Leningrader Ostinstitut, wo er Bengalisch und Englisch lernte, und die Schule der Militäraufklärung der Roten Armee zu den nächsten Lebensstationen.

    Die Laufbahn im Ausland begannen die Eheleute 1939 in Los Angelos, wo Michail unter dem Deckmantel eines Vizekonsuls für die Militäraufklärung arbeitete und unter anderem Informationen aus Tokio bestätigen konnte, dass Japan sich nicht zu einem Krieg mit der UdSSR entschließen wird.

    1943 nach Moskau zurückkehrt, wurden sie später mit einem Sonderauftrag abkommandiert. Mit dem Decknamen Zefir machte sich Michail 1955 nach Westeuropa auf, um als Illegaler Informationen zu sammeln. Zwei Jahre später folgte "Elsa" ihrem Mann in den Einsatz, wo sie als Funkerin die Verbindung mit der Zentrale in Moskau unterhielt.

    "Das geografische Einsatzgebiet der Mukassejs war recht breit gefächert. Sie dienten der Heimat auf mehreren Kontinenten", hieß es beim SWR. Erst in den 70er Jahren kehrten sie nach fehlerfreier Arbeit unter den schwierigen Bedingungen im Ausland nach Hause zurück. "Sie wurden Ehrenmitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes", berichtete der SWR-Sprecher.

    In der Heimat gaben die beiden erfahrenen Kundschafter ihr Wissen an künftige Illegale weiter.

    Oberst Mukassej wurde für seine Verdienste mit dem Rotbannerorden und dem Orden des Roten Sterns sowie vielen Medaillen geehrt. Seine Gattin, Oberstleutnant Jelisaweta Mukassej, ist ebenfalls mehrfach ausgezeichnet worden.

    Die Memoiren der sowjetischen Kundschafter "Zefir" und "Elsa" erschienen im Jahre 2004 in der Reihe "Großes Russland - Namen".