17:28 18 Dezember 2017
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    Russen zeigen mehr Interesse an Alltagsproblemen als an Politik - „Wremja Nowostej“

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    MOSKAU, 25. Mai (RIA Novosti). Die größten Probleme, die Russlands Bürger heute bewegen, sind Inflation, Kriminalität und Wohnungssituation.

    Wie eine im Mai vorgenommene Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM ergab, zählten 30 Prozent die Inflation, 29 Prozent die Kriminalität, 27 Prozent die Wirtschaftssituation, 25 Prozent das Wohnungsproblem und 21 Prozent die Arbeitslosigkeit zu den wichtigsten Problemen, schreibt die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Freitag.

    Valeri Chomjakow, Vorsitzender des Rates für nationale Strategie, verglich die Russen in dieser Hinsicht mit den Europäern. „Ich bewerte es positiv, dass sich die Russen hinsichtlich der Politik etwas beruhigt haben. Die Menschen interessieren sich für Probleme, die sie unmittelbar betreffen. Denn Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre hatte man das Gefühl, als ob alle Politik betreiben würden. Dies war ein großes Irrenhaus.“

    Im Vorfeld der Staatsduma-Wahl im Dezember und der Präsidentenwahl im März werden sich die Bürger allerdings wieder mehr für Politik interessieren, fügte er hinzu.

    Russlands Einwohner führen die Wirtschaftsprobleme kaum auf den Kurs dieser oder jener Politiker zurück. „Die Lösung der Probleme, die die Menschen bewegen, wird nicht von der obersten Macht erwartet“, sagte Chomjakow. „Nach ihrer Ansicht muss beispielsweise das Wohnungsproblem von den regionalen Behörden gelöst werden. Sie sind der Auffassung, dass die Kriminalität eine Folge der Korrumpiertheit der Rechtsschutzorgane und der Gerichte ist und nicht etwa eine Folge des gesamten politischen Systems. Und die Preise steigen nach ihrer Ansicht nicht weil die Regierung eine falsche Wirtschaftspolitik betreibt, sondern da Spekulanten das werktätige Volk ausbeuten.“

    Unter den besonders wichtigen Problemen, die vor Russland stehen, nannten die Moskauer und Sankt Petersburger vor allem die Wirtschaftssituation. In den beiden Metropolen hoben 42 Prozent der Befragten dieses Problem hervor, während in den größeren und mittleren Städten diese Zahl bei 28 bis 31 und in den Kleinstädten und Dörfern bei 21 bis 24 Prozent lag. Nach Ansicht von Analysten liegt der Grund dafür darin, dass die Großstädter über mehr Information verfügen und deshalb mehr über diese Probleme wissen.

    Parallel zur relativen Stabilisierung im sozialen Bereich konzentrieren sich die russischen Bürger immer weniger auf Probleme des Gesundheitswesens und der Höhe der Renten (jeweils 13 bis 14 Prozent) sowie auf den Terrorismus (sieben Prozent), das Bildungswesen (fünf Prozent), Steuern, Verteidigung und Außenpolitik (jeweils vier Prozent). Noch weniger - zwei bis drei Prozent - zählten den öffentlichen Verkehr, die Immigration und den Umweltschutz zu aktuellen Problemen.

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