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    Denkmalstreit: Estland gestattet Rückführung der gefallenen Soldaten nach Russland

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    Die sterblichen Überreste der sowjetischen Soldaten aus dem Massengrab auf dem Tönismägi-Hügel in Tallinn sollen in einem Monat auf den Kriegsfriedhof der estnischen Hauptstadt umgebettet werden.

    TALLINN, 31. Mai (RIA Novosti). Die sterblichen Überreste der sowjetischen Soldaten aus dem Massengrab auf dem Tönismägi-Hügel in Tallinn sollen in einem Monat auf den Kriegsfriedhof der estnischen Hauptstadt umgebettet werden.

    Das estnische Verteidigungsministerium hat außerdem keine Einwände, wenn die in Russland lebenden Angehörigen der Gefallenen deren Rückführung in die Heimat beantragen.

    Der Überführung nach Russland werde entsprochen, wenn die Angehörigen einen derartigen Wunsch zum Ausdruck bringen, sagte der für Soldatenbestattung im Verteidigungsministerium zuständige Beauftragte, Jaan Tross, der Zeitung „Postimees“. „So sind die internationalen Gepflogenheiten, so wird in der Welt recht häufig verfahren. Die zwölf am Tönismägi-Hügel gefundenen Skelette sind durch eine DNA-Analyse identifiziert worden. Wenn sie mit den DNA-Materialien der Angehörigen übereinstimmen, dann gibt es keinen Grund, die Umbettung zu untersagen“, führte er aus.

    Die Angehörigen könnten nun zu Lasten der estnischen Staatskasse ihre DNA-Analyse beantragen. Später müssten sie diese Kosten selbst tragen. Noch seien derartige Anträge aber nicht eingegangen, sodass es auch unwahrscheinlich sei, dass die Überreste namentlich identifiziert werden können.

    Die Umbettung auf den Soldatenfriedhof soll stattfinden, sobald die Mauer hinter dem Denkmal errichtet worden ist. Die Bauarbeiten sollen etwa am 20. Juni abgeschlossen werden.

    Das estnische Außenministerium hatte der russischen Botschaft in Tallinn am 7. Mai mitgeteilt, dass bei den Ausgrabungen am Tönismägi-Hügel die sterblichen Überreste von zwölf Menschen gefunden worden seien, vermutlich Soldaten der Sowjetarmee. Die Botschaft wurde darum gebeten, umgehend die in Russland lebenden Angehörigen der Gefallenen darüber zu verständigen, die möglicherweise der Umbettung beiwohnen und eine endgültige Identifizierung per DNA-Analyse veranlassen wollen.

    In der Nacht zum 27. April haben die estnischen Behörden das Denkmal für die sowjetischen Befreier am Tönismägi-Hügel im Zentrum Tallinns abgebaut und den Bronzesoldaten auf dem Tallinner Kriegsfriedhof wieder aufgestellt. Dort sollen auch die gefallenen Soldaten beigesetzt werden.