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    Global Peace Index: Russland auf Platz vier von hinten - „Kommersant“

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    MOSKAU, 31. Mai (RIA Novosti). Die Analysten von Economist Intelligence Unit haben am Mittwoch eine Liste der friedliebenden und ruhigen Länder - Global Peace Index - veröffentlicht. An der Spitze der 121 Staaten umfassenden Liste steht Norwegen, während Russland auf Platz 118 gelandet ist, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Die Studie galt dem bevorstehenden G8-Gipfel in Deutschland (am 6. bis 8. Juni). Die 121 Länder wurden nach 24 Kriterien eingeschätzt. Experten bewerteten sowohl die Gewaltstufe innerhalb eines Landes als auch Aggressionsakte gegen andere Staaten. Berücksichtigt wurden auch Militärausgaben, Größe der Streitkräfte, Stand der organisierten Kriminalität, Polizeiaufgebot gemessen an der Einwohnerzahl, Anzahl der Ausländer, die im jeweiligen Land einen gewaltsamen Tod starben, Bildungsstand der Bürger, Korruption und Festigkeit der demokratischen Prinzipien in der Politik.

    Norwegen folgen Neuseeland, Dänemark, Irland, Japan, Finnland, Schweden, Kanada, Portugal und Österreich. Alle EU-Länder liegen im oberen Teil der Liste. Als das unruhigste Land in Europa gilt Großbritannien, das auf den Platz 49 kam. Den USA wurde Platz 96 zuerkannt, unmittelbar vor Iran.

    Schlimmer als in Russland ist es laut der Liste lediglich im Irak, in Sudan und Israel um Friedensliebe und Ruhe bestellt. Zu den letzten zehn Ländern gehören außerdem Nigeria, Kolumbien, Pakistan, Libanon, Elfenbeinküste und Angola.

    „In meinem Wortschatz als eines in der UdSSR aufgewachsenen Menschen ist das Wort ‚friedliebend’ mit dem militärischen Aspekt in den Beziehungen mit anderen Staaten verbunden“, so Michail Margelow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates. „Als es aber zum Regimewechsel in Georgien kam, haben wir nicht Panzer, sondern einen einzigen Bürokraten, Igor Iwanow, dorthin geschickt, dessen Präsenz die Möglichkeit bot, ein großes Blutvergießen zu verhindern. Wir sind zwar sicherlich kein Idealfall, ich würde aber kein perfektes Land auf der Landkarte zeigen können.“

    Lew Gudkow, Chefanalyst des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr, sieht dagegen den 118. Platz Russlands als mehr oder weniger berechtigt an. „Die russische Gesellschaft wird sowohl nach innen als auch nach außen immer aggressiver“, betont er. „Vieles hat sich seit der Sowjetzeit nicht verändert: Armee und Polizei werden von der Gesellschaft nicht kontrolliert, während die Kopfstärke der Truppen und des Innenministeriumsapparats schneller wächst als alle anderen Gruppen von Staatsbeamten. Außerdem ist auch der Fremdenhass recht stark.“