00:00 25 Juni 2018
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    Föderationsrat: Aussage von Lugowoi soll überprüft werden

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    MOSKAU, 31. Mai (RIA Novosti). Die heutigen Äußerungen des russischen Unternehmers Andrej Lugowoi, der von den britischen Geheimdiensten der Beteiligung an der Ermordung des Ex-FSB-Offiziers Alexander Litwinenko verdächtigt wird, sollten überprüft werden.

    Das sagte der Vorsitzende des russischen Oberhausausschusses für Sicherheit und Verteidigung, Viktor Oserow, gegenüber RIA Novosti bezüglich der Vermutung Lugowois, Boris Beresowski könnte von den britischen Geheimdiensten angeworben und mit dem Mord an Litwinenko verbunden sein.

    „Diese Fakten sollten selbstverständlich überprüft werden. Sollten sie bestätigt werden, dann sind ganz andere Handlungen erforderlich“, betonte der Parlamentarier.

    Zugleich verwies er darauf, dass Russland seit langer Zeit auf der Rückführung Beresowskis bestehe. „Dann kann gerichtlich festgestellt werden, ob er ein britischer oder französischer oder noch ein anderer Agent ist“, ergänzte er.

    Dennoch warnte Oserow, dass die Behauptung Lugowois nicht absolut glaubwürdig sei, weil gegen ihn derzeit ein Ermittlungsverfahren laufe.

    Dieser Auffassung stimmte auch der Vorsitzende des Ausschusses für rechtliche und gerichtliche Angelegenheiten, Anatoli Lyskow, zu: „Man kann diesen Erklärungen nicht 100-prozentig glauben, weil Lugowoi unter diesen Umständen eine interessierte Person ist.“ Damit die Aussage von Lugowoi als glaubwürdig betrachtet werden könne, sollte sie „von einer dritten unbeteiligten Person bestätigt werden, die seine Worte kompetent bewerten würde“, unterstrich er.

    Gleichzeitig schätzte Lyskow die Einstellung Lugowois im Kontext der Behauptungen der britischen Seite als richtig ein: „Eine Person, die von den Geheimdiensten eines fremden Staates angeklagt wird, darf seinen Standpunkt schildern und sich verteidigen. An der Stelle von Lugowoi würde ich die Frage noch härter stellen.“

    Er verwies auch auf die Unschuldsvermutung, die sowohl in Russland als auch in den europäischen Ländern gelte, und darauf, dass die britischen Behörden Lugowois Schuld zunächst beweisen und ihn erst dann öffentlich anklagen sollten. „Im Fall Lugowoi haben die Geheimdienste aber die Anklage bekannt gegeben, ohne auf ein Gerichtsurteil zu warten. Als russischer Bürger darf Lugowoi alle Verteidigungsmittel anwenden, die ihn rechtfertigen können. Damit verteidigt er die Interessen unseres Staates“, so der Senator.

    Lugowoi hatte heute auf einer Pressekonferenz erklärt, dass der Ex-FSB-Mann Litwinenko und der politische Asylant Beresowski von den britischen Geheimdiensten angeworben worden wären. Beresowski hätte auf die Empfehlung Litwinenkos die britische Seite mit bestimmten Dokumenten des russischen Sicherheitsrates versorgt. Danach wäre Beresowski selbst Agent der MI6 geworden und hätte das Asyl sowie die britische Bürgerschaft erhalten.

    Außerdem teilte der Unternehmer mit, dass die britischen Geheimdienste auch ihn anwerben wollten und kompromittierende Informationen über den russischen Präsidenten Wladimir Putin gesucht hätten.

    Ferner äußerte Lugowoi drei Versionen für den Mord an Litwinenko. Ihm zufolge wurde dieser entweder von den britischen Geheimdiensten oder von der „russischen Mafia“ oder von Beresowski getötet.

    Alexander Litwinenko war im November 2006 vermutlich an Vergiftung mit dem radioaktiven Stoff Polonium-210 gestorben.